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← What A Way To Go: Life at the end of Empire (full movie)

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Showing Revision 2 created 01/27/2017 by König Alsan.

  1. Der Film, den du gleich sehen wirst
    handelt von dem Problem der Selbstzerstörung.

  2. Er hat zum Ziel, es Menschen zu ermöglichen
    die Natur dieses seltsamen und tragischen Akts besser zu verstehen.
  3. Wir werden diese grosse menschliche Notlage
    nicht mindern können,
  4. ohne dass mehr Menschen sie verstehen
  5. und ihre Wichtigkeit erkennen.
  6. Viele Dinge in unserer Welt sind
    sehr beängstigend.
  7. Welche seelischen Qualen es auch verursachen mag,
    ich möchte die ganze Wahrheit wissen ...
  8. Meine Generation ist vielleicht die Erste,
    in der viele von uns nicht im hohen Alter sterben werden.
  9. Denn viele von uns werden es wohl nicht schaffen.
  10. Die globale Erwärmung ... wird das bewirken und
    unser Klima durcheinander bringen ...
  11. wie eine neue Eiszeit oder etwas Ähnliches.
  12. Ich denke das Schrecklichste ist für mich nicht ...
    Das Schrecklichste ist der Gedanke,
  13. meinen Kindern eine Welt zu hinterlassen,
    in der das Leben echt schwierig und schmerzhaft
  14. für sie ist.
  15. Ich denke, wir sind erledigt. Wir alle...
    Ich denke, die meisten hier in diesem Raum
  16. werden sterben, bevor wir ...
  17. Ich glaube nicht, dass wir uns komplett selbst
    auslöschen werden. Ich denke, dass ...
  18. Ich denke, dass wir möglicherweise
    zurückfallen könnten auf ...
  19. Es muss aber einen Weg geben.
    Es muss einen Weg geben, das zu durchleben.
  20. Wenn wir erstmal fähig sind, die Welt ohne
    Scheuklappen zu betrachten
  21. und sehen, was für eine fürchterliche Schweinerei
    wir hier anrichten ...
  22. Wir müssen unsere komplette Vorstellung wie die Welt funktioniert ändern ...
  23. Ich fühle mich meist so,
    als wäre alles aus dem Gleichgewicht geraten.
  24. Nichts was ich tun kann wird irgend einen
    Unterschied auf dem Planeten bewirken.
  25. Wir leben auf eine Art, die nicht funktioniert.
    Wir müssen aber so leben, dass es funktioniert.
  26. Also wird sich etwas ändern.
  27. Du hast keinen Einfluss darauf,
    was in Washington passiert.
  28. Du hast keinen Einfluss darauf,
  29. was drüben im Irak passiert.
  30. Wir haben den Feind getroffen, und das sind wir.
  31. Vemutlich rede ich mir nur ein, dass alles gut werden wird.
    Irgendwie muss man ja
  32. weitermachen.
  33. Es macht keinen Spass darüber nachzudenken.
  34. Es gab in meinem Leben eine Phase, als ich
    diesen immer wiederkehrenden Tagtraum hatte.
  35. Ich sitze in meinem Auto, das Radio ist an
    und ich fahre ganz langsam durch ein Fast-Food-Straßenrestaurant.
  36. Ich öffne das Fenster und sie geben mir
  37. mein Getränk, den Burger und die Pommes.
    Und während ich auf mein Wechselgeld warte,
  38. sehe ich in weiter Ferne einen gleißend hellen Blitz
    und eine aufsteigende Wolke.
  39. Und als die volle Kraft der nuklearen Explosion
    über mich hereinbricht,
  40. und die Eiseskälte meiner umgestürzten Coke
    in meine Hose sickert,
  41. denke ich,
    was für eine Art zu Sterben ist das denn.
  42. Ja, ich denke, wir könnten uns wohl selbst komplett auslöschen.
  43. Definitiv. Es fühlt sich an, als ob wir genau darauf zusteuern.
  44. Da ist eine Leere weil andere Bedürfnisse ...
    die wahren Bedürfnisse ...
  45. Die wahren Sehnsüchte werden nicht befriedigt.
    Und wir kämpfen nur mit dem, was uns unsere Kultur bietet.
  46. Und weißt Du, unsere Kultur erzählt uns,
  47. dass wir Liebe finden werden,
    wenn wir diesen Lippenstift, diese Kosmetika,
  48. diese Kleidung oder dieses Auto kaufen.
  49. Ich denke, es wäre besser, wir würden die Erde
    all denen zurückgeben,
  50. die nicht so zerstörerisch sind.
    Dem übrigen Leben auf der Erde.
  51. Ich wurde im Zentrum von Michigan,
    im mittleren amerikanischen Westen geboren,
  52. dem "Wasser-Winter-Wunderland".
    Ich wuchs in einer bäuerlichen Grossfamilie auf.
  53. Die meisten waren Bauern.
    Bodenständig, hart, arbeitsam, ruhig, hilfsbereit.
  54. Ich bin in ein warmes Plätzchen mit viel zu Essen hineingeboren
    und hatte das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.
  55. Und ich bin in Geschichten hineingeboren.
    Geschichten über den Wert von Arbeit
  56. und die richtige Lebenseinstellung.
    Ansichten über Gott und das Land,
  57. über die Gemeinschaft, Zugehörigkeit,
    Standhaftigkeit und Entschlossenheit.
  58. Geschichten über die Rolle und den Platz des Menschen
    auf diesem Planeten.
  59. Ansichten über unser Verhältnis zu etwas,
    das wir "Natur" nannten.
  60. Ich wurde in Geschichten hineingeboren.
    Niemand erzählte mir diese Geschichten.
  61. Es gab dazu keine Notwendigkeit.
    Diese Geschichten waren die Luft, die ich atmete,
  62. das Wasser in dem ich schwamm
    und der Boden auf dem ich ging.
  63. Sie waren überall um mich herum. Wir wussten damals
    nicht einmal, dass es Geschichten waren.
  64. Wir dachten einfach, dass es eben so wäre.
    Mein Leben war wie ein Spielplatz.
  65. Es gab Fische zu fangen, Boote zu fahren,
    Umzüge anzusehen.
  66. Wanderwege zu gehen, Seen zu durchschwimmen,
    Schneemobile zu fahren,
  67. Spiele zu spielen, Geschenke zu öffnen
    und eine Familie mit der man all das teilen konnte.
  68. Die Tage würden mit Sonnenuntergängen und Feuerwerken enden
    und manchmal würde ich tanzen bis ich voller
  69. Freude zusammenbrechen würde.
    Es war ein magisches Land mit Kirschbällchen,
  70. warmer Milch, Geburtstagskuchen, gekauften Faschingskostümen
  71. und brandneuen Stühlen unter den Bäumen.
    Ein Land mit übergroßen Gänsen, gutgekleideten Pudeln,
  72. talentierten Vögeln und noch talentierteren Leuten.
    Die Erde war unser Karussell, unser Klettergerüst, unsere Schaukel.
  73. Solange wir nicht in die Tiefe sehen würden,
    wäre alles in Ordnung.
  74. Ich wurde auf dem halbem Wege zur Bevölkerungsexplosion geboren.
  75. Ich wurde auf dem Anstieg der steigenden CO2-Werten geboren.
    Ich wurde im Vorgebirge zum Massenaussterben geboren.
  76. Ich wurde auf den steinigen Aufstiegen der Ölproduktion geboren.
    Ich wurde geboren mit dem Blick nach vorne und immer aufwärts.
  77. Mein erster Schritt, ein Schritt aufwärts,
    ein Schritt in den Fortschritt.
  78. Ein Schritt in eine weite und glorreiche Zukunft der Menschheit.
    Wir waren auf dem aufsteigenden Ast.
  79. Wir schauten nie zurück.
    Es gab einen Berg zu erklimmen und wir bezwangen ihn.
  80. Man musste nur immer ein bisschen weiter klettern.
  81. Aber den Berg den wir bestiegen, war nicht das,
    für was wir ihn hielten.
  82. Der Aufstieg dem wir entgegengingen,
    stammte nicht aus natürlichen Abläufen,
  83. sondern war die Folge von Ungleichgewicht und Kurzsichtigkeit.
    Bei unseren Bemühungen um Fortschritt, um erfolgreich zu sein,
  84. zu verbessern, sich anzustrengen, zu Überwinden,
    zu organisieren, zu formen, zu lösen und zu wachsen,
  85. wendeten wir riesige und neuartige Kräfte auf den Globus an.
  86. Wir bewegten uns wie Riesen auf der Erde.
    Und übersahen dabei die Fußspuren, die wir hinterließen.
  87. Ich ging den Weg, ohne mir meiner eigenen großen Füsse bewusst zu sein,
  88. während ich die Ansichten unserer Kultur umsetzte
    ohne dabei lange genug anzuhalten, um die Zerbrechlichkeit
  89. der Abhänge unter den Füßen zu fühlen.
    Aber in den späten 80ern trafen mich,
  90. Nachrichten über das Ozonloch und die globale Erwärmung
    und der Boden begann zu schwanken.
  91. Ich hielt an und schaute mich zum ersten Mal um.
  92. Ich erschrak. Ich wurde hineingezogen.
    Und dann nahm das Beben wieder ab.
  93. Besser gesagt, ich gewöhnte mich daran.
    Das Leben wurde mit der Geburt meiner drei
  94. Kinder unübersichtlicher. Und es galt weiter zu klettern.
  95. Also kletterte ich weiter.
    Aber die Beben unter den Fußsohlen blieben.
  96. In der Nacht schlief ich zwar, aber nur unruhig
    und voller Sorgen,
  97. meine Träume vom unbestimmten Grollen
    der Zukunft befallen.
  98. In meinen Träumen stehe ich auf dem Gipfel
    der Gegenwart
  99. und schaue über das umgebende Land.
    Aber es sieht nicht so aus,
  100. wie ich es mir vorstelle ...
  101. Ein schwaches Heulen in der Ferne durchdringt die Nacht.
  102. Die Ungeheuer, die wir mühsam erschufen
    zu wild wucherndem Leben.
  103. Wenden sich nun gegen unsere Städte
    Nuklearwaffen warten auf ihren Einsatz
  104. Warten den rechten Augenblick ab
    Brennen auf ihren unerfüllten Zweck
  105. Während erwartungsvolle Finger neben Knöpfen zittern
    Bunker-Brecher und taktische Nuklearwaffen
  106. Kofferbomben und Terroranschläge,
    Kraftwerksstörfälle und austretende Verunreinigungen
  107. Plutonium mit Raketen in's All geschossen,
    um später zu explodieren
  108. Abgereichertes Uran, das die Schlachtfelder vergiftet
    und das Land entvölkert
  109. Chemische Gefechtsköpfe
    und dunkle biologische Magie
  110. Sarin, Soman, VX, Phosgen,
    Anthrax, Pocken und Pest
  111. Genug, um ganze Städte auszulöschen
    Genug, um den ganzen Planeten zu bedecken
  112. Und ihnen ist egal, wer sie einsetzt
    wenn sie nur ins Spiel kommen
  113. Andere Unannehmlichkeiten kommen von selbst auf uns zu
    Alte Freunde, neue Erfindungen und erst kürzlich Entkommene
  114. Ebola, Marburg Fieber, Lassa und SARS,
    Schweinegrippe, Vogelgrippe, HIV und AIDS
  115. Das Wiederaufflammen von Tuberkulose,
    Cholera, Malaria und Typhus
  116. Prionen und Rinderwahnsinn, Traber bei Schafen
    und BSE bei Elchen
  117. Krebs, der unsere Lungen, unsere Gehirne,
    unsere Brüste, unsere Hoden und unsere Eierstöcke zerfrisst
  118. Und auch neue Ungeheuer schielen über den Horizont
    Gute Absichten verwoben mit blinder Arroganz
  119. und betäubender Gier
    Künstliches Essen und Einwegsamen
  120. Pflanzen, die gegen Pestizide und Herbizide resistent sind
    Patentiertes Leben
  121. Kaum getestet, leise tickend ...
    Losgelassen auf das Land
  122. Als ob ihre Schöpfer, als sie sich umsahen auf der Welt,
  123. gar nichts dazugelernt hätten
    Das Geheul des Monsters steigert sich zum Wahnsinn
  124. Chemikalien in unserem Boden, unserem Himmel, unserem Regen,
    unseren Flüssen, unserem Essen, unseren Körpern, unseren Babies
  125. Steigende männliche Unfruchtbarkeit, Giftmüll-Deponien, Ozonloch
  126. Flüsse aufgestaut und Lachs dem Untergang geweiht
    Bodenerosion und Überdüngung
  127. Riesige tote Zonen im Ozean und rückläufige Fischerei
    Die stillen Wale kratzen als Schatten ihrer selbst über Skelette der Korallenriffe
  128. Die Ungeheuer schreiten voran
    und Wälder brechen unter ihren Füssen zusammen
  129. hinterlassen misshandelte indigene Kulturen ohne Heimat
    seelisch krank oder tot
  130. unterbrechen Wasser- und Sauerstoffkreisläufe
  131. und verwandeln fruchtbare Erde in Wüsten
    Während Tiger, Lachs, Baumfrösche und Falken
  132. dem Pfad ihres Aussterbens hinunterstolpern
    Ihre herzergreifenden Stimmen verloren
  133. im Geknatter der Kettensägen
    und den hustenden Beleidigungen der Planierraupen
  134. Währenddessen ändert sich das Klima...
    Zehrende Sommer, hartnäckige Hochwasser
  135. aggressive Schneestürme, missgünstige Dürren
    und stinksaure Wirbelstürme
  136. Während Pole sich erwärmen und Eisschilde kalben
    Permafrostböden aufweichen und Gletscher zurückgehen
  137. Meeresspiegel ansteigen und große Städte versinken
    ozeanische Strömungen versiegen und Superstürme blasen
  138. Wüsten wachsen, Hasen laufen, Heuschrecken schwärmen
    Ameisenarmeen marschieren
  139. und Moskitos jagen und Nagetiere überhand nehmen
    Das Gleichgewicht verloren
  140. zerstörte Felder hinterlassen, Krankheiten verbreitet
    Hungersnöte und Unruhen und Plünderungen und Krieg
  141. Der Ozean versauert und Korallen
    und Muscheln und Plankton lösen sich auf
  142. Nahrungsketten werden unterbrochen
    ganze Ökosysteme kollabieren
  143. Heute Abend im Wetterbericht
    Schaut es jetzt an solange ihr noch könnt
  144. Weil die Ölförderung zurückgeht ohne richtigen Ersatz
    kommt die Produktion ins Stocken während der Bedarf steigt
  145. Und der Preis der jetzt steigt
    wird einfach weiter steigen
  146. Stell dir die Auswirkung vor auf die globale Wirtschaft
    Auf die Lastwagenfahrer und Bauern, auf deine Nachbarn,
  147. auf dich selbst.
    Schau, wie der Börsenkrieg auf die Schlachtfelder tobt
  148. Schau, wie das Pentagon plant
    und die Patrioten handeln
  149. Schau aus dem Fenster. Fühlst du einen Luftzug?
    Die Weltbevölkerung wird angetrieben vom zugeführten Öl
  150. 2013 könnten wir sieben Milliarden erreichen
  151. Das sind Milliarden Körper mehr,
    als der Planet ohne Öl tragen kann
  152. Wir verbrauchen den Planeten
    und vergiften den Boden
  153. Und die Luft und das Wasser
    das wir alle brauchen um zu leben
  154. Wir steuern einen Hochgeschwindigkeitszug auf das Ende des Lebens zu
  155. und wir reissen den Rest des Planeten mit in den Untergang
    1000 Milliarden lebender Seelen mit uns.
  156. Und all das
  157. Und all das
    Und all das
  158. Und all das gut verpackt in einer Kultur von Verleugnung und Lügen
  159. Und Absurditäten die so komplex und so mächtig sind,
  160. dass wir den Nebel kaum durchschauen.
    Die Monster kreischen am Rande des Dorfes
  161. So riesig und so furchterregend
  162. Dass wir kaum ertragen können sie anzuschauen.
  163. Und wir, gefangen in einer kulturellen Zwangsjacke
    die wir selbst gemacht haben
  164. Schlummern weiter während sie näher kommen
    Machen Jobs die wir hassen
  165. Konsumieren Produkte die uns nicht erfüllen
    Lenken uns ab so gut wir können
  166. mit Fernsehen, Drogen, Sex und Unterhaltung
  167. In der Hoffnung, dass unsere Führer ein paar Antworten finden
    Wachen schliesslich auf
  168. In den stillen Stunden des frühen Morgens
    Zur formlosen Offenbarung
  169. Dass sie keine finden werden.
    Ah ... was für ein Alptraum ...
  170. Tja, Johnny, du bist in einer ziemlich ernsten Lage
  171. Aber wir glauben,
    deine Mutter und Mr. Benson und ich,
  172. dass du es zu etwas bringen kannst,
    ohne weggeschickt zu werden.
  173. Es gab schon immer einen Teil von mir, der vermutet hat,
  174. dass ich das Ende der "Welt wie wir sie kennen"
    noch zu Lebzeiten sehen würde.
  175. Es schien mir ein innewohnender Teil der Situation,
    eine logische Folge der Bevölkerungsentwicklung und
  176. das unweigerliche Ende von Mr. Malthus Träumereien zu sein.
    Irgendwann würden wir uns der Sonne nähern,
  177. unsere Flügel würden versagen und
    wir würden zur Erde zurück stürzen.
  178. Scheiße!
    Neue Stimmen sprachen von möglichen Zukunftsperspektiven.
  179. Hey, kann ich ein paar von diesen herrlich roten Beeren haben?
  180. Crosby, Stills & Nash segelten mit hölzernen Schiffen.
  181. Mist! Nicht schon wieder.
    Riddley Walker schrieb seine "connexions".
  182. Und Charlton Heston aß mit Omega Man "Soylent Grün"
  183. auf dem Planeten der Affen.
  184. Ihr Wahnsinnigen!
    Die Welt erschien mir als ein Irrenhaus,
  185. aber niemand anderes schien es zu bemerken.
    Also begrub ich meine Gedanken wieder und wurstelte weiter.
  186. Tief in mir drinnen, war das eine Zerreißprobe.
    Ich erinnere mich, wie ich in der Nacht meine schlafenden
  187. Kinder beobachtete und dabei ein tiefes und nagendes Grauen
  188. über Ihre Zukunft fühlte.
    Aber ich sperrte meine Ängste fest in mein Herz,
  189. drückte den Schlummerknopf und schlief noch etwas weiter.
    Doch dann beschäftigte ich mich mit Werken
  190. von Daniel Quinn und Derrick Jensen, zwei Autoren,
  191. von Büchern wie "Ismael and die Kunst der Manipulation",
    die mir dabei halfen
  192. die Geschichten unserer eigenen Kultur zu erkennen,
    sowie die Glaubenssätze, die Annahmen und die Mythen,
  193. die unser Leben formten,
    die Märchen mit denen wir uns selbst belogen haben,
  194. die Verrücktheit, die wir in der Welt manifestiert haben.
    Quinn spricht über das Nazi Regime
  195. von Adolf Hitler und der Geschichte,
    die er den Deutschen aufgetischt hat.
  196. Eine Geschichte über die verlorene Bestimmung
    der arischen Rasse,
  197. Eine Geschichte von der Unterdrückung und Verunreinigung,
    Eine Geschichte von Sieg, Vergeltung und wiedererlangter Größe.
  198. Quinn erkärt auch, wie die gesamte Nation
  199. aus Unterdrückern und Unterdrückten,
    aus Juden und "guten Deutschen",
  200. aus Zigeunern und Homosexuellen
    alle von dieser Geschichte geblendet wurden.
  201. Wir, die wir heute in der global vorherrschenden
    Kultur leben, sind ganz ähnlich
  202. Gefangene von Geschichten,
    die uns umgeben wie die Luft die wir Atmen,
  203. Geschichten die wir auf eigenes Risiko aufführen;
    Geschichten, die die Lebensgemeinschaft an sich bedrohen.
  204. Kennt ihr die, über diejenigen Menschen,
  205. die getrennt von der "Natur" sind,
    anders, speziell, die Krone der Schöpfung?
  206. Oder die über Menschen, die von Natur aus fehlerhaft,
    gewalttätig, selbstsüchtig und gierig sind?
  207. Wie ist es mit der, die besagt,
    die Welt wäre für den Menschen erschaffen worden,
  208. um sie zu kontrollieren und auszubeuten,
    dass die Welt keinen anderen als ihren Nutzwert hätte?
  209. Oder die Geschichte, dass es
    nur einen richtigen Lebensweg geben würde
  210. und nur eine wahre Möglichkeit
    die Welt zu sehen und zu verstehen?
  211. Oder darüber, dass unbegrenztes Wachstum, Wettkampf
  212. und Produktion zweifellos gut sind?
  213. Oder die Geschichte, dass wir alles haben
    und machen können, dass wir gerade wollen,
  214. weil ja alles möglich ist?
    Es gab Leute, die sich unsere kulturellen Überzeugungen
  215. und das globale Schlamassel vergegenwärtigt haben
  216. und das gleiche wie ich sahen:
    Unsere Kultur in ihrer gegenwärtigen Form
  217. kann nicht überdauern.
    Ich war nicht allein.
  218. Aber die Transformation oder der Kollaps
    schienen immer noch in weiter Ferne zu sein.
  219. Sie würden eines Tages kommen.
    Aber nicht jetzt.
  220. Wir hatten noch Zeit. Es gab Hoffnung.
    Irgendwo gab es Leute, die sich darum kümmerten.
  221. So war das für mich, Jahr für Jahr.
  222. Ich lebte das typische Mittelklasseleben eines Amerikaners.
    und die Überzeugungen, die ich als Kind erlernt hatte
  223. und verdrängte so gut wie möglich alle unterschwelligen
    Ängste, die mich tief in mir drinnen verfolgten.
  224. Und dann begann ich an dieser Dokumentation zu arbeiten...
  225. Nach drei Jahren des Brütens über Bergen von Büchern,
  226. Artikeln, Internetseiten, Magazinen, Zeitungen
    und Dokumentarfilmen,
  227. nach dem Besuch von Vorlesungen, Besprechungen,
    Salons und Rallies,
  228. nach Gesprächen mit Freunden, Nachbarn,
    Wissenschaftlern, Forschern,
  229. Schriftstellern, Aktivisten,
    Denkern, Einfühlsamen und anderen.
  230. Nach Sprechen, Schreiben, Lachen, Weinen,
  231. Ängsten, Verzweiflung und nach dem
    Schöpfen neuer Kräfte zum Weitermachen
  232. wurde mir eines klar:
    Der globale ökologische, politische und ökonomische
  233. Zwiespalt, den wir gerade erleben ist sehr ernst zu nehmen.
  234. Die möglichen Konsequenzen sind höchst verstörend
  235. und der verbleibende Zeitraum erscheint, ja, verschwindend.
    Es ist, als wären wir
  236. in einem Schnellzug aufgewacht,
    der unkontrolliert die Schienen entlang rast,
  237. von engen Traditionen in der Spur gehalten,
    angetrieben von unserem ohnmächtigen Konsum
  238. des innersten Herzens, des Blutes,
    der Knochen und des Fleisches dieses Planeten.
  239. Wenn wir keine Möglichkeit finden diesen Zug bald zu stoppen,
  240. werden wir bald bei der Enstation sein.
  241. Was also sieht man, wenn man in dem Zug aufwacht?
  242. Ich kann Dir sagen, was ich sah.
    Ich sah den Grund unter der Fahrbahn,
  243. den Mann hinter dem Vorhang,
    das Ungeheuer unter dem Bett,
  244. das Echte unter den Gleisen.
    Die Kultur des Imperiums arbeitet in jedem Moment
  245. eines jeden Tages um mich abzulenken,
    wie ein Zauberer mit Taschenspielertricks.
  246. Was passiert aber, wenn ich gerade dahin schaue,
    wo es der Zauberer nicht möchte?
  247. Dann sehe ich den Trick.
    Ich sehe die Realität hinter der Illusion.
  248. Wenn ich lange genug hinschaue, bemerke ich,
    dass das Imperium keine Kleider trägt.
  249. Reise eine Weile mit mir.
    Schau etwas genauer auf den Zug, und die Gleise
  250. und die Gegend durch die wir gerade fahren.
    Wenn wir wirkungsvoll reagieren wollen,
  251. müssen wir die Situation als Ganzes
    genau verstehen.
  252. Für mich stechen vier Aspekte des aktuellen Dilemmas hervor:
  253. Öl-Förderungsmaximum, Klimawandel,
    Artensterben und Überbevölkerung.
  254. Im Herbst 2005 reisten Sally Erickson und ich
    mit dem Zug durch das Land.
  255. Wir trafen Leute, um über diesen
    und viele andere Aspekte zu diskutieren.
  256. Ab einem gewissen Punkt bekommst du
    es eben nicht mehr schneller heraus.
  257. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, hat man das
    Maximum erreicht.
  258. Dann geht es bergab.
    Und wenn es einmal bergab geht
  259. bricht in der Wirtschaft alles zusammen..
  260. Das ist mein Freund Tom. Er redet über Öl,
    d.h. über das Öl-Förderungsmaximum
  261. und den wirtschaftlichen Zusammenbruch.
    Am Anfang habe ich es nicht verstanden. Also habe ich angefangen zu lesen.
  262. Auf unserer Reise traf ich einige Leute,
    die sich mit dieser Situation besser auskannten.
  263. In den letzten 150 Jahre haben wir eine
    Gesellschaft erschaffen, die vom Öl abhängig ist.
  264. Und es war unvermeidbar,
    das zu tun,
  265. denn es ist einfach ein so unglaublich billiges,
    bequemes und energiereiches Zeug.
  266. Ich sprach mit Richard Heinberg,
    einem zentralen Mitglied der Fakultät der New College of California,
  267. und Autor von drei Büchern über das Öl-Förderungsmaximum.
  268. Das Problem ist natürlich,
    dass Öl ein nicht-erneuerbarer Rohstoff ist.
  269. Wir wussten also schon als wir anfingen das Zeug zu nutzen,
    dass es irgendwann einmal ausgehen würde.
  270. Ich traf mich mit dem Jounalisten Paul Roberts,
    der ein Buch über die Ölkrise im Jahr 2004 schrieb.
  271. Ab einem gewissen Punkt kann man die Ölproduktion nicht mehr steigern,
    weil Öl nur in begrenztem Umfang verfügbar ist.
  272. Normalerweise ist das in der Mitte.
    Wenn man die Hälfte verbraucht hat,
  273. wird es immer schwerer und schwerer die Produktion zu steigern.
    Das bedeutet aber nicht, dass es ausgeht.
  274. Es kommen noch immer
    große Mengen aus dem Boden.
  275. Wären wir morgen am Maximum,
    kämen immer noch 82,5 Millionen
  276. Barrels jeden Tag aus dem Boden.
  277. Aber es wäre wirklich schwierig,
    83,5 Millionen Barrels zu fördern.
  278. Gerald Cecil, ein Professor für Astrophysik
    an der University of North Carolina in Chapel Hill
  279. war so fasziniert von der Situation mit dem Öl,
  280. dass er jetzt ein Buch darüber schreibt.
  281. Die Rate, mit der das Öl aus dem Boden
    kommt steigt nicht mehr.
  282. Sie hat bei 84 Millionen Barrels pro Tag stagniert,
  283. was wie eine unvorstellbare Menge klingt.
    Aber das ist die Menge, die wir für unsere
  284. tägliche Energieversorgung gegenwärtig benötigen.
    Mit einer steigenden Weltbevölkerung
  285. und mit dem vermutlich steigenden Wohlstand
  286. und einem steigenden persönlichen Energieverbrauch,
    werden wir eine Punkt erreichen, wo es keinen
  287. Spielraum mehr gibt,
    um die Energieversorgung aufrechtzuerhalten.
  288. Und ab einem gewissen Punkt endet das alles mit einer konstanten
    Angebot und einer wachsenden Nachfrage
  289. und dann bekommen wir ernste Probleme.
    Das ist die Problematik des Öl-Förderungsmaximums.
  290. Befinden wir uns schon nahe oder am Maximum der Ölproduktion?
    Es gibt viele Hinweise, dass es schon so weit ist.
  291. Das Maximum der Erschließung neuer Ölquellen
    war etwa 1963 bis 1964.
  292. Das ist schon lange her.
    Wir reden also nicht von
  293. ein paar Jahren Pech bei der Erkundung.
    Nein, es ist eine lang anhaltende Tendenz.
  294. Wir haben mit jedem vergangenen Jahr weniger
    Ölquellen erschlossen,
  295. bis zu dem jetzigen Zeitpunkt, wo wir
  296. bei jedem erschlossenen Barrel
    vier bis fünf Barrel verbrauchen.
  297. Die Ölindustrie reagierte darauf
    mit verschiedenen Ansätzen.
  298. Einer davon war die Entwicklung
    von erstaunlichen, neuen Technologien,
  299. um Ölquellen noch schneller zu finden.
    Aber trotz dieser riesigen Investition in neue Technologien
  300. und dieses großen Schrittes nach vorn
    sank die Rate der Entdeckungen immer weiter.
  301. Ein Land nach dem anderen erreicht sein
    eigenes nationales Maximum seiner Ölproduktion,
  302. die daraufhin wieder abnimmt.
    Die USA war eines der ersten Länder,
  303. wo das schon 1970 passierte.
    Und mittlerweile haben 30 oder 33 Länder
  304. das Maximum überschritten.
    Es ist also unvermeidbar, dass wir innerhalb einiger
  305. weniger Jahre das globale Maximum
    der Ölproduktion sehen werden.
  306. Niemand ist darauf vorbereitet.
    Vorbereitet - wofür genau?
  307. Was bedeutet das Ende des billigen Öles für die Welt?
  308. Ich sprach mit dem Autor und Aktivisten
    Jerry Mander.
  309. Ich ließ mich selbst in dem Glauben,
    dass die echten Probleme noch Jahrzehnte entfernt wären.
  310. Aber es stellte sich heraus, dass sie kurz bevor stehen.
  311. All die Errungenschaften, die jetzt existieren -
    unsere urbanen Welten, unser Transportsystem
  312. unsere Lebensmittelversorgung,
    Globalisierung als Wirtschaftlsmodell,
  313. Kapitalismus als Wirtschaftlsmodell,
    das auf stetiger Expansion und Wachstum
  314. und weiter anwachsenden Rohstoffquellen beruht,
    kann unmöglich weiterhin funktionieren.
  315. Weil sie alle auf - der Basis von allem -
  316. dem Vorhandensein billiger Energie beruhen.
  317. Um einen Kollaps zu vermeiden, müssen wir einen
    kontinuierlichen Geldzuwachs erzeugen,
  318. der auf einem kontinuierlichen Wachstum
  319. der wirtschaftlichen Aktivitäen basiert,
    welcher seinerseits auf einem kontinuierlichen Wachstum
  320. von verfügbaren Energien und Rohstoffen beruht.
    Wir haben eine Wirtschaft erschaffen, die entweder
  321. jährlich wächst oder kollabiert.
    Die Wirtschaft wird also bald nicht weiter wachsen können.
  322. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass wir
    auf einen globalen wirtschaftlichen Kollaps aufgrund
  323. des Öl-Förderungsmaximums zusteuern.
  324. Es scheint, als wäre unsere Wirtschaft zum Untergang verdammt
  325. und bei unserer Landwirtschaft ist es ebenso.
    Ich sprach mit dem Entwickler für lokale Nachhaltigkeit Harvey Harman.
  326. und dem Autor Richard Manning
  327. über die Bedeutung seines Buchtitels
    "Das Öl, das wir essen".
  328. Jedes durchschnittliche Lebensmittel eines
    Supermarktes hat mindestens eine Reise von 5500 Kilometern hinter sich.
  329. Es wird also nicht nur für die Herstellung Öl benötigt.
  330. Sondern es muss auch noch transportiert und gekühlt werden.
    Und weisst Du, das ist ein System,
  331. das sehr stark von billiger Energie abhängig ist
    und sehr viel Energie benötigt.
  332. Wenn wir auf einen amerikanischen Landwirt
    aus dem Jahr 1940 zurückblicken,
  333. dann hat er ungefähr eine Kalorie eines
    fossilen Energieträgers benötigt,
  334. um eine Kalorie Lebensmittel zu erzeugen.
    Heute benötigt ein Landwirt
  335. zehn Kalorien eines fossilen Energieträgers,
    um eine Kalorie Lebensmittel zu erzeugen.
  336. Fossile Energieträger sind zu einem Teil
    der Nahrungsmittelversorgung geworden.
  337. Gehen diese Energieträger aus, wird dieses
    System mit einem Wimpernschlag zusammenbrechen.
  338. Traurigerweise, wo soviel davon abhängt,
    wird es immer wichtiger um Öl zu kämpfen.
  339. Mein Freund Ray beschrieb das am besten:
  340. Die Preise werden natürlich steigen
    und die Leute werden mehr darum kämpfen.
  341. Und die U.S.A. werden es praktisch mit Sicherheit,
    mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln sicherstellen,
  342. dass wir das bekommen, was wir benötigen.
    Und das wird dann vermutlich zu einem Problem
  343. für den Rest des Planeten.
    Es ist ein permanenter Krisenfall.
  344. Die Ölkrise wird in ein paar hundert
    Millionen Jahren vorbei sein.
  345. Wenn sich alles wieder beruhigt hat
    und wenn noch viel mehr Öl
  346. aus uns allen entstanden ist,
    weil WIR runtergequetscht wurden.
  347. Das dauert eben lang.
  348. Ich bin auf das Fördermaximum aufmerksam geworden.
    Die Auswirkungen sind enorm.
  349. Und wenn die Lage der Öl-Förderung trostlos ist,
    sagen manche, die Lage bei der Erdgas-Förderung
  350. sei noch schlimmer.
    Der Autor und Professor Otis Graham sagte:
  351. Wir hatten drei- oder vierhundert Jahre der
    fossilen Energieträger,
  352. Das geht jetzt zuende.
    Ist das ein historischer Wendepunkt?
  353. Es ist atemberaubend!
  354. Noch atemberaubender ist was passiert,
    wenn wir das Zeug verbrennen.
  355. Wissenschaftler reden für gewöhnlich über einen
    Klimawandel innerhalb von Jahrhunderten.
  356. Jetzt reden sie über Jahrzehnte.
    Dann reden sie über das nächste Jahr.
  357. Und dann reden sie über diesen Moment.
    Meine Freunde und Nachbarn
  358. reden auch darüber
  359. Wir haben den Gehalt an Kohlendioxid in der
    Atmosphäre erhöht,
  360. das die Wärme in der Erdatmosphäre hält.
    Und das erhöht die Temperatur.
  361. Die Gletscher schmelzen. Das See-Eis schmilzt.
    Und wisst ihr,
  362. sogar die Polkappen schmelzen.
  363. Und ich hasse das. Ich hasse mich dafür,
    weil wir das der Erde angetan haben.
  364. Ganz zu schweigen von all den Tieren, der
    Tier- und Pflanzenwelt, die sterben wird.
  365. Es wird passieren. Es hat schon begonnen.
  366. Wisst Ihr, es passiert überall. Es ist real.
  367. Es ist erschreckend.
  368. Es ist ein Jammer.
  369. Und das ist milde ausgedrückt.
    Das einzig Gute am Klimawandel ist,
  370. dass ich mir deswegen nicht mehr
  371. so viele Sorgen über das Öl mache.
  372. Einige Leute behaupten, dass uns zuerst die Luft ausgehen wird,
    bevor uns die fossilen Energieträger ausgehen
  373. und ich denke, sie haben damit recht.
  374. Anders ausgedrückt, erzeugen die fossilen Energieträger
    das Problem der globalen Erwärmung,
  375. das CO2 und das Problem der Verschmutzungen.
    Und wenn wir sie weiterhin nutzen,
  376. spielt es keine Rolle, wann uns die die fossilen
    Energieträger ausgehen.
  377. Wenn wir die Erdatmosphäre derart stark verpesten
    und so eine starke Erderwärmung erzeugen,
  378. ist es egal, wieviele Energieträger wir
    noch übrig haben.
  379. Verstehst Du, was ich meine?
    Du fühlst Dich schon besser, nicht wahr?
  380. Mit wem kann ich also noch über den Klimawandel reden?
  381. Aber es zeigte sich, dass ich nicht weit gehen musste.
    William Schlesinger, der Dekan der Nicholas
  382. Schule für Umwelt und Erde an der Duke Universität
    sagt Folgendes.
  383. Wir haben den globalen Anteil an Kohlendioxid
    in unserer Atmosphäre
  384. von 280 parts-per-million um 1800 n.Chr.
  385. auf fast 380 parts-per-million zum heutigen Zeitpunkt erhöht.
    Das ist eine Steigerung von ungefähr 30%.
  386. Und die Schätzung ist, dass wir im Jahr 2050
    um die 550 bis 560 haben werden.
  387. Stuart Pimm, ein Kollege von Schlesinger an der Duke
    und Professor für Umweltschutz
  388. fügt noch hinzu:
  389. Es gibt mittlerweile in der Wissenschaft die weitläufige Überzeugung,
    dass das die Erderwärmung der letzten paar Jahrzehnte
  390. und möglicherweise auch Jahrhunderte bewirkt hat.
    Und es gibt die grosse Befürchtung, dass das so weitergeht.
  391. Die Treibhausgase werden weiter zunehmen.
  392. Die Temperaturen werden steigen.
    Mehr Überflutungen. Mehr Dürren. Steigender Meeresspiegel.
  393. Seit einer Weile ist es auch in den Nachrichten.
    Wie wird das das Leben auf der Erde verändern?
  394. Vögel kommen im Frühling früher zurück.
    Pflanzen blühen früher.
  395. Ganze Arten ziehen in den Norden.
    Wir sehen ein außerordentlich starkes biologisches Signal,
  396. was die Erderwärmung mit uns macht.
  397. Nutzpflanzen und Bäume werden in Gegenden wachsen,
    wo heute nichts wächst.
  398. Es gibt den starken Verdacht,
    dass sie dort nicht mehr so gut wachsen werden.
  399. Und wir erleben erstmals das Aussterben von Arten,
  400. die buchstäblich keinen Platz mehr haben,
    um dem Klimawandel auszuweichen.
  401. Etwas fand ich aber besonders ernüchternd.
  402. Das Kohlendioxid der Atmosphäre.
    Das Kohlendioxid der Atmosphäre geht in die Ozeane.
  403. Es wird in den Ozeanen, ich sage mal,
  404. als Kohlensäure absorbiert...
  405. Veränderungen in der Atmosphäre, wie beispielsweise
    das Kohlendioxid,
  406. können durch Absorption in den Ozeanen abgeschwächt werden.
  407. Gleichzeitig ändert sich aber auch der Säuregehalt
    in den Ozeanen.
  408. Und man kann die Veränderung des Säuregehaltes
  409. der Ozeane bereits nachweisen.
  410. Das macht es für das Plankton schwieriger seine
    Schalen auszubilden.
  411. Wenn aber das Plankton stirbt...
    ist das der Anfang der Nahrungskette.
  412. Plankton und auch Korallen werden nicht nur
    von der Zunehmenden Übersäuerung bedroht,
  413. sondern auch von den steigenden Temperaturen.
    Die Menge des Phytoplanktons hat in einigen nördlichen Ozeanen
  414. um ein Drittel abgenommen.
    Und das hat erhebliche Auswirkungen
  415. auf die Bestände von Fisch, Krill und Vögeln.
    Aber die aufgezählten Gefahren gehen weit über
  416. eine Unterbrechung der Nahrungskette hinaus.
    Was schon schlimm genug ist.
  417. Aber das Phytoplankton produziert auch die Hälfte
    des Sauerstoffs, den wir atmen. Die Hälfte!
  418. Und es gehört zu den großen Kohlendioxid-Senken.
    Wenn das Plankton stirbt,
  419. verbleibt mehr Kohlendioxid in der Luft.
    Und das führt zu einer stärkeren Erwärmung.
  420. Darüber hinaus deuten neue Hinweise darauf hin,
    dass sich das Klima sehr schnell ändern kann.
  421. Langsame Änderungen können sich aufbauen ...
    bis zu einem Umschlagpunkt,
  422. und dann kann das System sehr schnell in einen neuen Zustand kippen.
    Das passiert gerade in den Ozeanen,
  423. wo jetzt der Golfstrom betroffen ist,
  424. mit möglicherweise katastrophalen Folgen.
  425. Wie Douglas Crawford-Brown, Chef des
    Carolina-Umwelt-Programms
  426. an der Universität Nord-Carolina in Chapel-Hill
    mir erzählte:
  427. Die Menge an CO2,
    die wir in die Atmosphäre freisetzen
  428. steigt jetzt bis zu einem Wert,
    bei dem sich die meisten Wissenschaftler einig sind,
  429. dass wir eine Art Umschlagpunkt erreichen könnten.
    Wir sind vielleicht bei einem Wert,
  430. ab dem wir soviel CO2 in die Atmosphäre einbringen,
  431. dass die Rückkopplungsmechanismen,
    die die Erdtemperatur regeln,
  432. ein bisschen zu weit überdehnt werden.
  433. Der klassische Mechanismus ist,
    dass zu viel Eis schmilzt und ins Meer fliesst,
  434. und den Golfstrom stoppt.
    Und wenn das passiert, würde das
  435. eine dramatische Veränderung
    des Klimas in Europa bewirken.
  436. Ich meine damit, England z.B. würde wortwörtlich
    zu Norwegen oder Schweden,
  437. was ihrer Lage auf dem Globus entspricht,
    wenn sich der Golfstrom abschwächt.
  438. Und wir beginnen Veränderungen
    diesen Ausmasses zu beobachten.
  439. Deshalb neige ich zu dem Begriff
    Klimawandel, statt globaler Erwärmung.
  440. Wenn sich ein Planet aufwärmt,
    kann es in machen Gegenden Hitzewellen und Dürren geben,
  441. und Dauerfröste in anderen,
    so wie es Europa und Nordamerika erfahren würden.
  442. Wenn der Golfstrom zum Erliegen kommt,
    hätte das enorme Auswirkungen.
  443. Die Gegenden, die hauptsächlich den landwirtschaftlichen
    Überfluss für Europa und die U.S.A. erzeugen,
  444. würden eine dramatische Klimaänderung erfahren,
  445. die besonders die Landwirtschaft beeinträchtigt.
    Es gibt eine ganze Reihe von selbstverstärkenden
  446. Rückkopplungen die jetzt wirken.
    Hier sind zwei solche Prozesse:
  447. Wir kennen das Abschmelzen der Pole,
    das riesige Meeresflächen in den Polarregionen öffnet.
  448. Ohne dieses Eis, das sonst das Sonnenlicht reflektiert,
  449. nimmt das Meer jetzt viel mehr Sonnenlicht,
  450. und damit Wärme auf.
  451. Und es gibt noch viel mehr Kohlenstoff,
    der in den Permafrostböden eingelagert ist.
  452. Und wenn die anfangen aufzutauen,
    dann wird dieser Kohlenstoff zu CO2 oxidiert,
  453. oder als Methan abgegeben.
  454. Und das bewirkt einen dramatischen Anstieg
    von Treibhausgasen.
  455. Das könnte ausser Kontrolle geraten,
    und wir stehen plötzlich vor einer
  456. rasanten Erwärmung des Planeten.
  457. Das KÖNNTE ausser Kontrolle geraten.
    Wenn es einen Konsens gibt,
  458. dass wir den Kohlenstoff-Ausstoss
    um 70% oder mehr verringern müssen,
  459. und wenn wir auf einer Welt leben,
    wo die Wirtschaft entweder wachsen oder sterben muss.
  460. und wenn unser Kohlenstoff-Ausstoss
    mit dem Wirtschaftswachstum steigt,
  461. und wenn viele Länder fieberhaft daran arbeiten,
  462. den amerikanischen Lebensstil nachzuahmen,
    dann ist es schwer eine Möglichkeit dafür zu sehen,
  463. dass es NICHT ausser Kontrolle gerät.
    Den Lösungsvorschlag muss ich erst noch sehen,
  464. der dem auch nur nahe kommt,
    diese Situation auf realistische Weise anzugehen.
  465. Sprechen wir von der Chance
    eines Schneeballs in der Hölle.
  466. Ich habe diese Kampfsport-Trainings mitgemacht,
  467. es war eine Art Kung-Fu-Training.
  468. Und viele der Teilnehmer fragten,
    was passiert eigentlich wenn ich
  469. einem wirklich guten Tae-Kwan-Do-Kämpfer begegne?
    Oder einem richtig guten Boxer?
  470. Und der Trainer sagte:
    "Na, dann kriegt ihr den Hintern voll".
  471. Verstehst du? Wenn du fragst
    "was passiert wenn wir an einen Umschlagpunkt kommen,
  472. wo wir in einen beschleunigten Klimawandel geraten?"
  473. Wir werden den Hintern voll kriegen.
  474. Es ist durchaus möglich, dass der globale Klimawandel
    schon jetzt ausser Kontrolle ist,
  475. egal was wir machen.
    Ob wir Kyoto umsetzen oder Kyoto 2.0
  476. oder was auch immer.
  477. Ich weiss nicht wie das handhabbar sein soll,
    wenn sie nicht mal den Fallout von der New-Orleans-Katastrophe
  478. in den Griff bekommen,
    was soll passieren, wenn sie versuchen,
  479. eine gesellschafts-übergreifende
    Katastrophensituation zu handhaben?
  480. Wir können eine Menge Schläge einstecken.
    Die Natur steckt solche Schläge ziemlich gut weg.
  481. Aber Klima-Erwärmung ist ein ziemlich heftiger Schlag.
    Und alles, von dem unsere Natur
  482. und unsere landwirtschaftlichen Strukturen abhängen,
    ist kurz davor ziemlich drastisch ausgelöscht zu werden.
  483. Kurz davor? Was sagt er da?
    Wagen wir es, von solchen Katastrophen als unvermeidbar zu sprechen?
  484. Wenn wir von Unvermeidbarkeit sprechen,
    wird das die Menschen überfordern?
  485. Werden sie in Teilnahmslosigkeit und Ablenkung flüchten?
    Sind sie da nicht schon?
  486. Ich habe nicht das Gefühl, es mir leisten zu können,
    etwas anderes als die Wahrheit anzuschauen.
  487. Und daher muss ich mich fragen: was sind wir eigentlich?
    Wer werden wir sein angesichts solcher Wahrheiten?
  488. Wenn wir diese Dinge nicht anschauen,
    ist eine Sache klar.
  489. Kommende Generationen werden nicht sehr
    glücklich über uns sein,
  490. wenn wir uns weigern, Ernst zu machen
    mit diesen extrem wichtigen Themen.
  491. Was mich wirklich trifft ist,
    dass es nicht nur uns menschlichen Nachfahren sind.
  492. Millionen von Arten
    sind jetzt von unserem Verhalten bedroht.
  493. Und für viele von ihnen gibt es keine
    zukünftigen Generationen mehr.
  494. Wir töten alle Lebensformen
    die uns Leben geben.
  495. Es gibt "schwarze Löcher" in den Meeren.
    An manchen Stellen gibt es keinen Fisch mehr.
  496. Was ist mit dem Fisch passiert?
    Was ist passiert?
  497. Ich habe eine Freundin - Barbara -
    die ihr Leben als Lehrerin und Aktivistin damit verbracht hat,
  498. für das Leben auf diesem Planeten zu arbeiten.
    Die Sache ist, wir wissen was passiert ist.
  499. Mein Sohn Jack weiss es.
    Und er weiss es seit er Kind war.
  500. Ich meine, jeder kennt die Probleme
    die Abholzung, die Verschmutzung der Flüsse,
  501. Den Müll, die Überbevölkerung.
    All das, wofür dieser Planet nicht gemacht ist,
  502. dass wir das tun.
    Er ist nicht dafür geschaffen
  503. das auszuhalten.
    Ich meine, wir müssen auf dem Planteten leben.
  504. Wenn wir also unseren Lebensort zerstören,
  505. Dann ist das ein Problem.
  506. Hmm. Dein Zuhause zerstören. Ein Problem?
    Was sagen die Analytiker und Wissenschaftler dazu?
  507. Geologen grenzen die Zeitalter durch Katastrophen von einander ab.
    Wann ist dieser Komet eingeschlagen ,
  508. und hat all diese Arten ausgelöscht?
    Wann haben sich die fossilen Spuren so verändert,
  509. dass heute verschwunden ist,
    was gestern noch da war?
  510. Und wir befinden uns heute
    an einem dieser Zeitpunkte.
  511. Aber diesmal ist er menschengemacht.
    Und wir beobachten jetzt
  512. ein Ausmass des Artensterbens,
    dass mit den grossen Katastrophen dieses Planeten
  513. vergleichbar ist.
  514. Zur Zeit treiben wir Arten wahrscheinlich
    tausend mal schneller in das Aussterben,
  515. als es natürlich wäre.
    Wir werden zwischen einem Viertel
  516. und vielleicht sogar die Hälfte aller Arten
    auf der Erde
  517. innerhalb des nächsten Jahrhunderts verlieren.
    Ich denke, was er sagt ist,
  518. das wäre eine Katastrophe.
    Als ich mit Daniel Quinn gesprochen habe,
  519. schien er der gleichen Ansicht zu sein.
  520. Wenn das weiter und weiter und weiter geht,
    wird es einen Zeitpunkt geben,
  521. an dem das System zusammenbricht.
    Was ist das, was weiter und weiter geht?
  522. Nicht anderes als die Menschen des Imperiums,
    die die Welt auffressen.
  523. Wie mein Freund Kevin es ausdrückte:
  524. Menschen übernehmen den ganzen Planeten.
    Und alles andere wird verdrängt.
  525. Verdrängt, gefällt, und gemahlen.
    Gefangen, gesäubert und in Dosen verpackt.
  526. Die Zahlen zeigen, dass die Kultur der Zivilisation
    sich um Haus und Hof bringt.
  527. Auf dem Land verbrauchen wir
    vierzig Prozent von dem
  528. was man die Primärproduktion
    des Planeten nennt.
  529. Wenn du schaust, wieviel Grünmasse
    der Planet jedes Jahr erzeugt,
  530. dann verwenden wir allein zwei Fünftel davon.
    Wir verbrauchen es, unsere Haustiere verbrauchen es,
  531. und wir verwenden das Holz
    und Fasern, wie die Baumwolle.
  532. Ich fahre durch das Land und sehe es.
    Wälder sind jetzt Felder und Parkplätze und Lagerhallen.
  533. Wir ziehen Nutzpflanzen und Nutztiere gross,
    und Werbeflächen und Handy-Masten.
  534. Planieren und Roden uns
  535. um den ganzen Erdball herum.
  536. Und die Zerstörung ihrer Lebensräume
  537. ist die Hauptursache
    für das Aussterben von Arten.
  538. In den Meeren ist es das selbe.
  539. Viele Menschen denken,
    die Meere wären endlos und unberührt.
  540. Und tatsächlich holen wir aus den Meeren
    ungefähr ein ein Drittel ihrer "Erzeugnisse".
  541. Auch aus den Meeren.
  542. Die Fischbestände an allen
    Küsten Nordamerkas
  543. und mit Sicherheit auf der ganzen Welt
    stehen gefährlich nah am Zusammenbruch.
  544. Die meisten der begehrten, grossen Speisefische
  545. Schnapper, Schwertfisch und dergleichen.
    Wurden schon auf zehn Prozent ihrer
  546. ursprünglichen Population reduziert.
    Auf zehn Prozent?
  547. Vielleicht essen wir deshalb heute
    Buntbarsch anstatt Kabeljau.
  548. Es gibt fast keinen Kabeljau mehr
    Und zu deinem Buntbarsch empfehle ich dir
  549. ein grosses Glas Trinkwasser?
  550. Was das Trinkwasser angeht,
    entnehmen wir ungefähr die Hälfte
  551. des verfügbaren Trinkwassers.
  552. So wie wir den Planeten
    in den letzten dreissig Jahren ernährt haben,
  553. in denen sich unsere Bevölkerung verdoppelt hat,
    haben wir eine riesige Menge Wasser verbraucht.
  554. Unsere Landwirtschaft ist inzwischen
    der Haupt-Wasserverbraucher auf der Welt.
  555. Und auch in unserem Land.
  556. Die Wasserreservoire in den U.S.A.
    sind so ausgetüftelt,
  557. dass schon kleine Schwankungen
    der Regenmenge
  558. grosse Auswirkungen auf die
    Wasserversorgung der Menschen haben.
  559. Vervielfacht wird die Auswirkung des Verbrauchs
    und der Zerstörung von Lebensräumen
  560. durch die Tatsache, dass unsere Zivilisation
    mit Treibstoffen, Ungeziefer- und Unkraut-Vernichtungsmitteln
  561. und Chemikalien,
    mit Lärm und elektromagnetischen Feldern
  562. und mit menschlicher Aktivität
    und den Strukturen zur Kontrolle und Beherrschung,
  563. wörtlich und im übertragenen Sinne
    jeden Quadratzentimeter des Planeten vergiftet.
  564. Ja, das Leben wird sich davon erholen
    was wir dem Planeten angetan haben.
  565. Aber darauf kannst du lange warten.
    Es wird Millionen von Jahren dauern..
  566. Es wird eine unglaubliche Zahl
    an menschlichen Generationen brauchen.
  567. Tausende Milliarden von Menschen
    werden in einer biologisch verarmten Welt leben,
  568. Wenn wir unseren menschlichen Einfluss
    nicht sofort stoppen.
  569. Ich habe mit Daniel Quin
    über dieses Massensterben gesprochen.
  570. Er gab mir ein Bild dafür,
    dass mich seitdem verfolgt hat.
  571. Wir sind wir Menschen, die in einem
    sehr hohen Gebäude leben. Einem Ziegelbau.
  572. Wir leben im obersten Stock.
    Und jeden Tag gehen wir runter
  573. in die unteren Stockwerke
    und schlagen wahllos Ziegel heraus,
  574. nehmen sie mit nach oben,
    um das Gebäude höher zu bauen.
  575. Jeden Tag, Runtergehen. 200 Ziegel.
    Mit nach oben nehmen.
  576. Und das Gebäude ist total stabil.
    Aber es wird nicht ewig stabil bleiben.
  577. Weil wir die Grundfesten
    des Gebäudes in Gefahr bringen.
  578. Zweihundert Arten am Tag,
    Tag für Tag für Tag.
  579. Jahr für Jahr ...
    Und indem unsere Bevölkerung wächst,
  580. werden es vierhundert Arten am Tag.
    Tausend Arten am Tag.
  581. Und es wird ein Tag kommen,
    an dem das System zusammenbricht,
  582. Zweihundert Arten am Tag?
    Das ist katastrophal.
  583. Es könnten längst
    weit über zweihundert Ziegel am Tag sein.
  584. Und mir scheint, als stünde das Gebäude
    kurz vor seinem Zusammenbruch.
  585. Alles in mir möchte aus diesem Gebäude herausrennen,
    bevor es über mir einstürzt.
  586. Aber wohin sollte ich rennen?
    Das Imperium bedeckt inzwischen den ganzen Planeten.
  587. Das Gebäude ist überall.
    Und beinahe alle von uns befinden sich darin.
  588. Wir alle. Alle sieben Milliarden von uns.
    Eines der Dinge über die es am schwersten fällt zu sprechen,
  589. ist die menschliche Bevölkerungsexplosion.
    Die Freunde und Nachbarn mit denen ich gesprochen habe,
  590. schienen alle der Meinung, dass wir
    das enorme Anwachsen der menschlichen Bevölkerung
  591. bald ernst nehmen müssten.
  592. Wir nähern uns der Leistungsgrenze, denke ich,
    in Bezug auf das was der Planet aushalten kann.
  593. Jede Spezies, die über ihre Umgebung hinausgewachsen ist,
    muss um Ressourcen kämpfen.
  594. Wird einfach alles zu Ende gehen,
    Ist das die Lösung?
  595. Verstehst du, werden wir aussterben wie die Dinosaurier?
  596. Das Gleichgewicht wird sich wieder einstellen.
    Leider ist die Natur ein strenger Lehrmeister.
  597. Weil wir so intelligent sind,
    weil wir so eine völlig andere Art Tier sind
  598. mit so einem grossen Gehirn,
    haben wir die Fähigkeit solche Sachen zu verstehen
  599. und vorauszusehen und uns vorzubereiten
    und uns davor zu schützen.
  600. Heisst aber nicht, dass wir es tun werden.
  601. Wie werden wir die Frage der Überbevölkerung angehen?
    Ich habe mit William Catton gesprochen,
  602. einem Professor für Soziologie und Humanökologie
    an der Washington State University,
  603. jetzt pensioniert und Autor eines erstaunlichen Buchs
    über Ökologie und Bevölkerung:
  604. das Overshoot (Überschreitung) heisst.
    Gemäss Catton's Untersuchungen
  605. über die Tragfähigkeit der Erde:
  606. denke ich, so wie wir leben,
    war die Welt schon
  607. in der Zeit um 1860 überbevölkert.
    Die Weltbevölkerung lag damals bei
  608. gerade mal etwas über einer Milliarde.
    Heute haben wir diese Zahl um mehr als
  609. fünf Milliarden überschritten
    Wie Calton mir sagte:
  610. ist es möglich, die Tragfähigkeit zu überschreiten,
    aber nur zeitweise.
  611. Wenn man die Tragfähigkeit überschreitet
    dann schädigt man die Umgebung,
  612. von der man abhängt.
  613. Wenn man genauer hinschaut, sieht man,
    dass die Bevölkerungszahlen an sich
  614. nur die halbe Wahrheit sind.
  615. Wie Catton zeigt, kommt es auf den Schaden an
    den diese Zahlen anrichten.
  616. Und der Schaden ist auf das engste
    mit unserem Lebensstil verbunden.
  617. Die Erde trägt genauso viele Ameisen
    wie Menschen.
  618. Das kann sie, weil Ameisen
    keine 400 qm grossen Eigenheime bauen,
  619. nicht zwei Stunden zur Arbeit fahren,
    keine Plasmabildschirme kaufen,
  620. und einander nicht mit Munition aus
    abgereichertem Uran abschiessen.
  621. Wir in der "entwickelten" Welt haben
    was die Ressourcennutzung betrifft.
  622. auf dem Planeten den 32-fachen Fussabdruck
    eines Menschen in Indien.
  623. Ich denke wir wissen das alle,
    auch wenn diese Zahl verblüffend ist.
  624. Und sie sollte uns wirklich nachdenklich machen,
    und uns dazu bringen, miteinander darüber zu reden.
  625. Man spricht davon, wie viele "Energie-Sklaven"
    wir pro Kopf beschäftigen.
  626. In den U.S.A. haben wir irgendwas um die
    70 mal so viele Energie-Sklaven pro Einwohner,
  627. wie die Menschen in Bangladesch.
    Anstatt Bangladesch für ein überbevölkertes Land zu halten,
  628. sind wir es, wenn du jeden von uns
    mit siebzig malnimmst -
  629. Nimm die 290 Millionen
    oder wie viele wir in den U.S.A. gerade sind,
  630. und nimm sie mal siebzig -
    wow, das ist ein überbevölkertes Land.
  631. In diesem Sinn sind die U.S.A. eine Nation
    mit 21 Milliarden Einwohnern.
  632. Und meine eigenen drei Kinder
    tragen mit 210 zu dieser Zahl bei.
  633. Und dann von der Überbevölkerung
    als Ursache des Problems zu sprechen
  634. ergibt für mich wenig Sinn.
    Es beschwört Bilder vom überfüllten Städten
  635. in der "Dritten Welt",
    und wimmelnden Massen von menschlichem Fleisch,
  636. während die globalen Auswirkungen
    des reichen Lebensstils der "Ersten Welt" nicht betrachtet werden.
  637. Grosse Füsse.
    Mehr und mehr Füsse.
  638. Und mehr und mehr Füsse,
    die grösser und grösser werden.
  639. Und wenn diese Füsse einfach so weiter gehen,
    werden sie eines Tages
  640. geradewegs in die Vergessenheit gehen.
    Es kann nicht länger aufrecht erhalten werden.
  641. Es gibt jede Menge katastrophaler Kräfte,
    die unsere Zahl reduzieren könnten,
  642. wenn Öl-Rückgang, Klimawandel und der Zusammenbruch
    von Ökosystemen sich auswirken.
  643. Etwas, für das grosse Populationen
    besonders anfällig sind, sind Krankheiten.
  644. Am Ende wird es viel mehr mit Mikroben zu tun haben,
    als mit Menschen.
  645. Natur - wir werden noch immer
    von den Naturgesetzen beherrscht.
  646. Wir denken gerne, wir würden es nicht,
    aber wir werden es.
  647. Wenn du die Biomasse, die alle Menschen
    auf der Erde darstellen zusammennimmst,
  648. dann sind wir eine gute Beute für jemanden.
    Wir sind eine Ressource.
  649. Aber vielleicht ist es möglich, der Situation
    mit Bewusstheit und Absicht entgegenzutreten.
  650. Wenn wir einmal den Gipfel der Bevölkerungszahl
    erreicht haben, wann immer das sein wird -
  651. Und ich hoffe, dass er eher bei 8,5
    als bei 12 Milliarden liegt, aber er wird hoch sein -
  652. wann immer wir ihn erreichen - haben wir eine Vision davon
    was wir dann tun sollen?
  653. Ich meine, wenn wir am Gipfel sind,
    und es rundherum Probleme gibt.
  654. Was sollen wir machen?
  655. Irgendwie müssen wir einen Weg finden
    um eine weiche Landung zu ermöglichen,
  656. wenn wir die Bevölkerung von über sechs
    auf eine Milliarde reduzieren.
  657. Wenn wir entscheiden, dass wir sie verringern wollen
    können wir schauen, wie wir das
  658. auf humanere Weise erreichen können,
    als wenn wir einfach versuchen,
  659. so weiterzumachen als wäre nichts.
  660. Die Menschheit hat so etwas noch nie erlebt. Das ist neu.
    Das ist neu und es ist riesig.
  661. Und es wird nicht darüber gesprochen.
    Und weil nicht darüber gesprochen wird,
  662. haben wir keine klare Vorstellung davon,
    wie wir eine weichere Landung entwickeln könnten.
  663. Darüber zu sprechen, klar und ehrlich,
    ist daher der erste Schritt.
  664. Ansonsten ist die Katastrophe unvermeidlich.
    So oder so,
  665. Unsere Weltbevölkerung muss verringert werden.
    Damit bin ich konfrontiert:
  666. Die Anzahl der Individuen meiner Art wird
    reduziert werden.
  667. Dem muss ich ins Auge sehen,
    genau wie die Grizzly-Bären es mussten,
  668. und der Wild-Lachs.
    So wie die Glattwale und der Regenpfeifer
  669. und die Berg-Gorillas dem ins Auge sehen mussten.
  670. Genau wie der Riesen-Alk und die Goldkröte
  671. und die Schwarzflossen-Maräne
    bevor sie ausstarben.
  672. Und ich musste noch etwas anderem in Auge sehen:
    Ich habe die Wahl, wie ich dem begegne.
  673. Mein Freund Lyle eröffnete mir einen neuen Blickwinkel:
  674. Es ist eine Tatsache, dass es den Untergang
    von Zivilisationen gab.
  675. Es gab Zusammenbrüche
    von gewaltigen Zivilisationen.
  676. Hochentwickelte, mächtige, sagenhafte Zivilisationen
    sind zusammengebrochen.
  677. Und es ist eine Wahl. Erfolgreich zu sein oder zu scheitern
    ist eine Wahl die wir treffen können.
  678. Ich werde vorangehen und mich entscheiden
    erfolgreich zu sein. Danke.
  679. Und ich würde mich wirklich freuen,
    wenn du mitkämst.
  680. Welche Wahl haben wir denn jetzt?
    Wie würde der Erfolg von dem Lyle spricht aussehen?
  681. Was ist unvermeidlich zu diesem Zeitpunkt?
  682. Und was gäbe es noch zu erschaffen
    wenn wir nur in unsere Kraft erwachen würden?
  683. Und vor allem:
    warum sind wir noch nicht aufgewacht?
  684. Und weisst du was?
    Je mehr du über deine Probleme sprichst,
  685. um so leichter sind sie zu lösen.
    Die Sachen für sich zu behalten ist nicht gut!
  686. Wir können ohne die Erde nicht überleben.
    Daher ... bringen wir sie um.
  687. Ich denke, ein Teil davon
    die Dinge genau so zu sehen wie sie sind,
  688. ist zu fühlen, wie isoliert und entfremdet
    wir geworden sind,
  689. von uns selbst und von den Menschen um uns herum
    und von der natürlichen Welt.
  690. Und wenn du das anschaust
    und das spürst,
  691. dann ist die natürliche Reaktion tiefe Trauer.
    Tiefe Trauer über den Verlust von Verbindung.
  692. Es gibt noch viel mehr Themen,
    die wir anschauen könnten.
  693. Wie gehen wir mit all diesen Informationen um?
    Es sieht aus, als ob unser Überleben
  694. als Spezies an sich in Frage gestellt sei.
    Wenn ich unbeirrt auf die Weltsituation sehe,
  695. dringen diese Fakten geradewegs in meinen Körper ein.
    Ein Schauer erschüttert mich tief im Innersten.
  696. Ich möchte davon laufen.
    Ich fühle mich manchmal wie vor den Kopf geschlagen.
  697. Aber ich weiss, ich bin nicht allein.
  698. Ich wünschte, ich hätte irgendein Zaubermittel.
    Ich wünschte, ich hätte eine einfache Lösung.
  699. Ich wünschte, ich könnte dir sagen,
    dass alles gut ausgehen wird.
  700. Aber natürlich kann ich dir das nicht sagen
  701. Und wahrscheinlich weisst du das tief im Innersten bereits.
  702. Welche Chance hab' ich wirklich Herr Doktor?
    Mr. Marshall, ich möchte Ihnen nichts vormachen.
  703. Bestimmt ist Ihnen klar,
  704. dass es nicht sicher ist, ob sie wieder gesund werden.
  705. 36 Jahre nacht dem ersten "Tag der Erde",
    44 Jahre nach "Der stumme Frühling",
  706. ist unser Planet näher am ökologischen Abgrund
    als er jemals war.
  707. Wenn wir die Zerstörung des Lebens auf diesem Planeten
    aufhalten wollen,
  708. hat das, was wir bisher getan haben
    nicht funktioniert.
  709. Wir werden uns etwas anderes einfallen lassen müssen.
  710. Solange wir uns auf die Frage fokussieren,
    "Was sollen wir machen?"
  711. stellen wir nicht die tiefer liegenden Fragen
    daüber, wie es so weit gekommen ist.
  712. Und wenn wir diese Fragen nicht stellen
    haben wir keine grosse Chance,
  713. den radikalen Wandel zu bewirken,
  714. den wir erreichen wollen.
  715. Nun, danke, dass Sie so offen zu mir sprechen
    Dr. Swenson.
  716. Ich muss Ihnen wohl nicht sagen,
    wie ich mich fühle.
  717. Meiner Erfahrung nach ist darüber zu sprechen wie wir uns fühlen,
    genau das, was wir tun müssen.
  718. Und wir müssen auch ein paar Annahmen in Frage stellen.
    Eine solche Annahme ist,
  719. wenn Wissenschaftler uns helfen können,
    ein Problem zu verstehen,
  720. haben sie auch automatisch die Möglichkeit,
    es zu lösen.
  721. Aber in der Welt sind Kräfte am Werk,
  722. die nicht durch ein Mikroskop
    verstanden werden können.
  723. Welche Kräfte haben uns an diesen Punkt gebracht?
    Und welches sind die Kräfte, die uns an diesem Punkt festhalten?
  724. Ich habe mit den Leuten gesprochen,
    die versuchen diese Fragen zu beantworten.
  725. Mir ist klar geworden,
    dass ich aus dieser Kultur heraustreten muss,
  726. um sie aus einer neuen Perspektive sehen zu können.
  727. Tief im Gewirr dieser Probleme,
    die die ganze Welt bedrohen
  728. tobt ein unaufhaltsames kulturelles Feuer,
    der Antrieb des kulturellen Zuges,
  729. den wir heute alle fahren.
    Nicht angetrieben von Dampf oder Diesel
  730. sondern von Geschichten und Mythen,
    Gewohnheiten und Glaubenssätzen.
  731. Eine ausser Kontrolle geratene Maschine.
    Es wird Zeit, die Kultur des "Imperiums" genauer anzuschauen.
  732. Wie sind wir in dieses Schlamassel geraten?
  733. Wow. Das ist eine kosmische Frage!
    Viele Analytiker denken,
  734. dass es vor ungefähr zehntausend Jahren begann,
    als Menschen eine neue und fundamental unnachhaltige Art
  735. der Nahrungsmittelproduktion begonnen haben.
  736. Was wir erfunden haben war etwas,
    das ich "totalitäre Landwirtschaft" nenne,
  737. die auf der Annahme beruht,
    dass alles uns gehört.
  738. Wir können alles töten,
    was wir auf dem Land nicht haben wollen.
  739. Können einen Zaun um das Land errichten.
    Wir können anbauen was wir wollen,
  740. und niemand anderes darf es nehmen.
  741. Den rutschigen Abhang
    auf dem wir uns jetzt befinden,
  742. haben wir vor zehntausend Jahren betreten.
  743. Und es liegt an einem
    der Landwirtschaft innewohnenden Problem:
  744. Landwirtschaft beruht eigentlich auf Zerstörung.
    Man kann keine Landwirtschaft betreiben,
  745. ohne katastrophalen Schaden anzurichten.
    Deshalb ist sie fundamental unnachhaltig.
  746. Der Überschuss von dieser neuen Art Nahrung zu beschaffen
    hat einen sofortigen Effekt...
  747. Er hat dieses ausserordendliche
    Bevölkerungswachstum angetrieben.
  748. Unsere wachsende Bevölkerung
    hält immer Schritt mit der Nahrungsmittelerzeugung.
  749. Wir haben ein Nahrungsmittelrennen geschaffen.
  750. Wir bauen mehr an und die Bevölkerung wächst.
    Also bauen wir mehr an.
  751. Es ist ein Rennen, das nicht gewonnen werden kann.
    Darüberhinaus, bescherte die totalitäre Landwirtschaft
  752. denen die sie betrieben
    ein Leben voll harter Arbeit und schlechter Gesundheit.
  753. Als Spezies hatten wir in unserer ganzen Geschichte
    immer Nahrung zur Verfügung.
  754. Und das waren zweihundert- oder dreihunderttausend Jahre.
  755. Wenn man dagegen zehntausend Jahre betrachtet
    ist das relativ wenig.
  756. Wir waren eben Jäger und Sammler
    also hat die Natur unsere Nahrung auf ihre Weise wachsen lassen.
  757. Im Gegensatz zu unserer heutigen Weise, der Landwirtschaft,
    haben wir Nahrung nicht angebaut. Nahrung wuchs einfach.
  758. Für viele ist es schwer zu akzeptieren,
    dass man umso härter arbeiten muss,
  759. je mehr eine Gesellschaft auf Landwirtschaft basiert.
  760. Wenn wir archäologische Stätten rund um die Welt anschauen,
  761. und das haben Leute gemacht -
    an allen Orten -
  762. das ist keine kulturelle Besonderheit –
    an allen Orten an denen Landwirtschaft begann,
  763. in Asien, im Mittleren Osten, Südamerika
    und Zentralamerika,
  764. finden wir Menschen die verkrüppelt, kleinwüchsig,
    und zahnlos sind,
  765. weil sich die Kohlenhydrate die sie assen
    in Zucker verwandelt haben,
  766. und ihre Zähne verfault sind, sie waren missgebildet
    sie waren assymetrisch.
  767. Sie zeigen jedes Anzeichen dass sie
    an allen möglichen Krankheiten litten.
  768. Diese neue Art Landwirtschaft benötigte und erlaubte zugleich
    mehr Sesshaftigkeit.
  769. Und damit entstanden die Anfänge von Wohlstand
    und Ungleichheit.
  770. Wenn man vor-landwirtschaftliche Städte anschaut
    sieht man eine Reihe von Häusern,
  771. die alle ungefähr gleich gross sind.
    Und beinahe zeitgleich mit dem aufkommen der Landwirtschaft
  772. sieht man in jeder Siedlung in der Landwirtschaft betrieben wurde,
    überall auf der Welt,
  773. nicht nur in der westlichen Kultur,
    einige wenige sehr grosse Häuser
  774. mit angebauten Getreidespeichern,
    und eine ganze Reihe kleiner Häuser.
  775. Diese Art sozialer Ungleichheit hat fast unmittelbar
    mit der Landwirtschaft begonnen.
  776. Wie Quinn und Manning darlegen
    ging es den frühen Ackerbauern
  777. nicht besser als ihren
    Jäger- und Sammler-Vorfahren.
  778. Das war mir neu.
    Die Psychologin und Kulturanalytikerin Chellis Glendinning
  779. weist auf andere Folgen
    von Sesshaftigkeit und Landwirtschaft hin.
  780. Ich heisse Chellis und ich bin dabei,
    von der westlichen Kultur zu gesunden.
  781. Früher, als Frauen herumgewandert sind
    und sehr durchtrainiert waren,
  782. und ihre Babies herumgetragen haben,
    und ihre Ernährung nicht so kohlenhydratreich war.
  783. und sie ihre Kinder lange gestillt haben,
  784. hatten sie nur selten einen Eisprung.
    Aber als Frauen sesshaft wurden
  785. bekamen sie ihren regelmässigen Zyklus
    und es wurden mehr Babies geboren.
  786. Und ratet mal?
    Dann braucht man auch mehr Bauernhöfe.
  787. Und dann muss man die eingezäunten Gebiete vergrössern.
  788. Und dann, oh, möglicherweise trifft man dabei auf
    jemand anderen,
  789. der des Weges kommt
    und dann gibt es Krieg.
  790. Uns wurde beigebracht, Landwirtschaft und Sesshaftigkeit
  791. als die normale und natürliche Lebensweise zu sehen
    wie Menschen leben.
  792. Daher war es ein ein kleiner Schock zu erfahren,
    dass diese grundsätzlichen kulturellen Veränderungen
  793. die eigentliche Ursache von so vielen Problem waren,
  794. die uns über die Jahrhunderte verfolgt haben.
    Derrick Jensen sagt über das Ergebnis
  795. all dieser kulturellen Veränderungen:
  796. Ich denke eine der besten Zeilen die ich je geschrieben habe ist,
  797. dass Wälder uns vorausgehen und Wüsten uns auf den Fersen sind.
  798. Wenn ich - oder wenn du -
    an die Ebenen und Hänge des Irak denkst
  799. ist das erste woran du normalerweise denkst
  800. Zedernwälder so dicht,
    dass das Sonnenlicht nie die Erde erreicht?
  801. Ich denke bei den meisten von uns ist das nicht so.
    Aber der erste niedergeschriebene Mythos dieser Kultur ist,
  802. dass Gilgamesh diese Wälder gefällt hat um Städte zu bauen.
  803. Städte. Siedlungen wurden zur Dörfern
    die zu Städten wurden.
  804. Totalitäre und katastrophale Landwirtschaft
    die Anhäufung von Wohlstand und Macht,
  805. und Bevölkerungswachstum kamen zusammen,
  806. um eine neue Form menschlicher Kultur aufsteigen zu lassen:
    die Kultur der Städte, die Kultur der Zivilisation,
  807. die Kultur des "Imperiums".
  808. Mir wurde klar,
    als ich mein neues Buch "Endspiel" geschrieben habe,
  809. dass ich unsere Zivilisation
    seit ungefähr zehn Jahren niedermache,
  810. und "Zivilisation" nie definiert habe.
    Ich wusste gar nicht, worüber ich sprach.
  811. Daher definiere ich sie in diesem Buch als einen Lebensstil,
  812. der durch das Wachstum von Städten gekennzeichnet ist.
    Stadt habe ich definiert als Ansammlung von Menschen,
  813. die in so grosser Zahl zusammenleben,
    dass sie vom Import von Ressourcen abhängig sind.
  814. Eine Stadt kann beinahe definiert werden,
    als ein menschliches Ökosystem,
  815. das bei weitem die Tragfähigkeit
    seiner lokalen Umgebung überschreitet.
  816. Wie Jensen und Catton zeigen: weil Städte
    die Tragfähigkeit ihrer lokalen Umgebung überschreiten,
  817. und weil sie auf Importe von Resourcen angewiesen sind,
  818. sind die, die in Städten leben
  819. unvermeidlich gezwungen,
    diese von anderswo zu bekommen.
  820. Von jemand anderem,
    auf welche Weise auch immer.
  821. Oft bedeutet das Handel.
    Aber Handel bedeutet Transporte und damit Energie
  822. und Energie muss irgendwo herkommen,
  823. und sie geht möglicherweise zu Ende.
    Und Handel braucht handelsbereite Partner.
  824. Aber Menschen sind nicht immer bereit zu handeln.
    Und wenn der Handel zusammenbricht,
  825. und man auf die Ressourcen angewiesen ist,
    ist das was bleibt - Krieg.
  826. Heute brauchen wir Öl um unsere Städte am Leben zu erhalten.
    Schau dir an wie der Krieg von den Börsen
  827. auf die Schlachtfelder übergreift.
    Schau wie das Pentagon plant und die Patrioten agieren.
  828. Lasst uns für einen Moment innehalten und uns sammeln.
    Ich sagte ich hätte einige Annahmen zu infrage zu stellen.
  829. Wir machen schon so lange Landwirtschaft und expandieren
    und wachsen und bauen Städte,
  830. und häufen materiellen Wohlstand an,
  831. dass es sich so anfühlt,
    als müssten die Dinge so sein.
  832. Aber wie kann ein Lebensstil
    der seine eigene Grundlage zerstört,
  833. für das gehalten werden,
    "wie die Dinge sein sollten"?
  834. Und sie fraßen alles Gewächs des Landes
    und alle Früchte der Bäume,
  835. und es blieb nichts Grünes übrig.
  836. Lasst uns weitermachen.
  837. Als unsere angeborene menschliche Intelligenz und Kreativität
    mit den festlegenden Impulsen des "Imperiums" zusammenkamen
  838. begannen die Dinge sich zu verselbständigen.
  839. Wir haben immer ausgefeiltere Technologien verwendet,
  840. so dass wir das unvermeidliche abwenden konnten,
    nämlich, dass es physische Grenzen gibt.
  841. Indem wir die Macht der Technologie genutzt haben,
    konnten wir Grenzen und Gesetze durchbrechen
  842. und auch die Regeln,
    die die Gemeinschaft des Lebens in Balance hielten.
  843. Über Jahrmillionen hinweg ...
    Übergangsweise...
  844. Regeln! Immer nur Regeln! Ich hab sie satt.
    Entschuldigt, wenn ich euch unterbreche, Kinder,
  845. aber vielleicht habt ihr Lust herauszufinden
    wie es wäre, wenn es keine Regeln gäbe.
  846. Aber wie können wir das machen?
  847. Indem ihr an einen Ort gehen, an dem es keine Regeln gibt.
    Es gibt keinen solchen Ort.
  848. Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit
    an einen Platz ohne Regeln zu kommen.
  849. Wie?
    Durch unsere Vorstellungskraft.
  850. Lasst uns alle richtig feste so tun als ob...
    Und wir taten so als ob.
  851. Als wir dachten, es gäbe für uns keine Grenzen,
    stieg uns unsere Kontrol-Macht zu Kopf.
  852. So wie es der Historiker und "Geologe"
    Thomas Berry ausgedrückt hat:
  853. Wir hier in Amerika sind unglaublich überzeugt davon,
  854. das Schicksal des Universums lenken zu können.
  855. und das alles was wir tun, getan werden muss!
  856. Versteht ihr? Was ich sage ist:
    "Schaut, ICH bin hier das Gesetz!"
  857. Die Wissenschaft hat uns befähigt,
    die Erde in einer Weise zu verstehen,
  858. dass wir sie benutzen können.
    Die Herausforderung ist die Nutzbarmachung des Planeten.
  859. Und das ist der fatale Aspekt von Wissenschaft:
    sie gibt uns die Macht, aber sie sagt uns nicht, wie wir sie nutzen sollen.
  860. Ich hatte schon immer meine Zweifel
    an der Auffassung des Begriffs "Technologie".
  861. Mein Leben lang hab ich zu hören bekommen,
    dass Technologien an sich neutral sind;
  862. dass es nur darauf ankommt, wie wir sie nutzen,
    dass sie für gute oder schlechte Zwecke eingesetzt werden können,
  863. abhängig von der Weisheit und Intelligenz des Nutzers.
  864. Aber, so erklärt es Jerry Mander:
  865. Das ist Quatsch.
    Man kann jede Technologie untersuchen
  866. und ihre positiven und negativen Aspekte herausfinden.
  867. Die Auffassung,
    dass es nur auf die Art der Anwendung ankommt ist absurd.
  868. Weil es innewohnende Faktoren gibt.
    Z.B. besteht der Unterschied zwischen
  869. nuklearer und Sonnen-Energie darin,
    wie und wofür wir sie nutzen.
  870. Jede Technologie hat eine ihr innewohnende eigene Characteristik,
    die bestimmt, wie sie genutzt wird,
  871. und wer sie nutzt, und für was.
    Militärwissenschaftler arbeiten nach wie vor nicht
  872. an einem solar betriebenem Raketensprengkopf,
    genausowenig wie ich erwäge,
  873. einen nuklearen Wasserboiler auf meinem Dach zu installieren.
  874. Aufgrund dieses Missverständnisses ist es leicht,
    dem Mythos der "technischen Lösung"
  875. auf den Leim zu gehen.
  876. Schon immer seit der Trennung von Menschen und des menschlichen Lebensraums
    vom Rest der Welt
  877. entstand aus dieser Situation
    ein Problem nach dem anderen.
  878. "Oh je, wir müssen mehr Wasser fördern,
    für die gewachsene Landwirtschaftsfläche"
  879. “Oh je, jetzt müssen wir über grössere Entfernungen reisen”.
    “Oh je, jetzt brauchen wir mehr Ressoucen ...
  880. wir brauchen mehr Land”. Was auch immer.
    Es gab eine technische Lösung nach der anderen.
  881. Und sobald man versuchte,
    etwas mit einer technischen Lösung zu beheben
  882. die nicht wirklich die Wurzel des Problems angeht,
  883. gibt es wieder neue Probleme.
    Und so geht es immer weiter.
  884. Und jetzt, ich meine,
    schau dir den Zustand der Welt an.
  885. Die Hälfte der Menschen auf der Welt
    lebt in Städten.
  886. Wie löst du das?
    Und die Bevölkerungsexplosion hat solche Extreme angenommen.
  887. Wie löst du das,
    ausser über eine weitere
  888. technische Lösung.
  889. Die Hälfte der Menschen auf der Welt lebt in Städten.
    Und Städte überschreiten per Definition
  890. die Tragfähigkeit ihrer lokalen Umgebung.
  891. Ich glaube nicht, dass die meisten Menschen das wissen.
  892. Aber Sie werden mir zustimmen,
    dass man alle Fakten kennen muss, um sich richtig zu entscheiden.
  893. Ich denke nicht, dass wir alle Fakten kennen.
    Wenn wir sie kennen würden,
  894. hätten wir den Mythos von der technischen Lösung
    längst über Bord geworfen.
  895. In meinen Augen ist die Krise auf ihrer tiefsten Ebene
    keine technologische Krise sondern eine Sinnkrise.
  896. Wir handeln so, als wäre alles was wir tun müssten
  897. mehr Technologie ins Feld zu führen,
    während wir die eindeutig kulturellen Themen
  898. nicht verstehen oder auch nur sehen,
    die sie völlig zum Scheitern verurteilen,
  899. diese immer verzweifelteren Versuche,
    das gegenwärtige System am Laufen zu halten.
  900. Wir haben so lange so getan als ob,
    dass wir vergessen haben was wir einmal wussten:
  901. Wir können auf die Dauer nicht überleben,
    Wenn wir nicht den Gesetzen des Lebens folgen.
  902. Als wir die Landwirtschaft übernommen haben,
    hat die Landwirtschaft uns übernommen.
  903. Wir haben uns selbst aus der Welt ausgesperrt.
  904. Und alles innerhalb des Zauns wurde zu dem
    was wir zum Überleben brauchten.
  905. Und alles ausserhalb des Zauns wurde bedrohlich,
    und wild, unkontrollierbar. Draussen halten!
  906. Und unsere Technologien haben uns abgeschnitten
    von unserer eigenen Erfahrung.
  907. Wir können eine Kultur erschaffen,
    die zwischen uns und der Welt steht.
  908. Sie filtert unser Verhalten in Bezug auf die Welt.
    Und sie filtert was wir tun und was wir wahrnehmen.
  909. Wenn du einen Speer hast ist es viel einfacher.
    Du musst nicht jemanden direkt vor dir töten.
  910. Du kannst jemanden töten,
    der zehn Meter entfernt ist.
  911. Und dieser Abstand macht es einfacher zu töten.
    Und wenn du in den Krieg geschickt wirst,
  912. mit einem B2-Bomber auf den Rücken geschnallt,
    und High-Tech-Sensoren, die du mit dem kleinen Finger abrufen kannst,
  913. dann kannst du Iraker töten,
    mit so wenig Gedanken oder Gefühlen,
  914. wie du sie zuhause auf deiner Spielkonsole aufbringen musst.
  915. Diese Trennung von der Welt,
    von anderen Menschen und Kreaturen.
  916. veränderte unsere Beziehungen,
    und liess uns verwirrt und
  917. verwundet zurück.
  918. Unsere Beziehung zum Universum wurde
    zu einer Nutzungs-Beziehung.
  919. Und das ist katastrophal.
    Genauso wie, zu einem anderen Menschen zu sagen,
  920. "du hast mich benutzt",
    so ungefähr das Schrecklichste ist, was man sagen kann,
  921. sagt nun der Planet Erde zu uns.
  922. "Ihr habt mich benutzt."
  923. Wann werden wir innehalten und zuhören?
    Und wenn wir innehalten,
  924. was werden wir bereit sein zu hören?
    Das Getrenntsein hat unsere Ohren taub gemacht.
  925. Die Stimme der Erde ist kaum vernehmbar.
    Unsere Köpfe sind vollgestopft mit Geschichten.
  926. Für mein Verständnis der Welt
    steht folgendes im Zentrum:
  927. Alle Kulturen basieren auf Geschichten
    Die Kultur der Zivilisation und des "Imperiums"
  928. hat ihre eigene, einmalige Sammlung von
    Glaubenssätzen und Triebfedern.
  929. Hören wir uns einige der Geschichten an,
    die uns in die gegenwärtige Klemme gebracht haben.
  930. "Es ist nie wirklich genug"
  931. "Wie haben einen Geburtsfehler"
  932. "Es ist Verrat zu sagen,,
    lasst uns aufhören zu wachsen"
  933. "Harte Arbeit ist moralisch tugendhaft"
  934. "Mehr ist besser"
  935. "Die physische Welt die wir sehen ist alles was es gibt"
  936. "Wir können jedes Problem lösen"
  937. "Und sie sagen tatsächlich, dass du um glücklich zu sein
    mehr Dinge besitzen musst."
  938. "Und wir sollen uns die Welt Untertan machen
    und sie beherrschen"
  939. "Uns gehört ... uns gehört dieser Planet.
    Wir besitzen alles hier. Wir besitzen diese Ressourcen."
  940. "Menschen haben Rechte. Nichts sonst hat Rechte."
  941. "Es gibt viele Zeiten, in denen die Menschen
    einfach nicht hören wollen,
  942. dass dies und jenes ausserhalb
    ihrer Reichweite läge."
  943. Wenn wir mit solchen Geschichten leben,
    ist es dann ein Wunder dass wir den Planeten verwüsten?
  944. Ein gewisser Weise leben wir
    in einer Kultur von Zweijährigen.
  945. Wo wir die Grenzen einfach nicht sehen wollen.
  946. Herrschaft über die Erde in der Schöpfungsgeschichte sollte nicht heissen,
    den Planeten abgebrannt und rauchend zu hinterlassen.
  947. Daniel Quinn hat einige dieser grundlegenden
    Geschichten des "Imperiums" benannt.
  948. Die Hintergrundstimme unserer Kultur sagt uns.
    dass dies hier das Beste ist, auf das Menschen jemals hoffen konnten:
  949. Das was wir gerade haben,
    das wohin wir gehen.
  950. Es ist einfach unübertrefflich.
    Also ist jede Alternative schlechter als das.
  951. Es gab andere Zivilisationen neben der unseren.
  952. Sie dachten nicht dass sie die eine,
    richtige Art zu leben hätten,
  953. und das jeder auf der Welt dazugebracht werden sollte,
    so zu leben.
  954. Uns wurde beigebracht zu denken, dass wir die Menschheit wären.
    Wenn es andere Menschen dort draussen gibt,
  955. die anders sind als wir,
    dann sind sie minderwertig,
  956. oder nicht so hoch entwickelt wie wir.
    Wir kamen daher und fingen an Dinge zu tun
  957. und eine Zivilisation zu erschaffen
    und behaupteten, dass sei die Art und Weise
  958. wie Menschen von Anfang an leben sollten.
    Das ist ein Grund warum wir es nicht aufgeben könnnen.
  959. Hier ist die vielleicht gefährlichste Geschichte
  960. von allen ...
  961. Wir sind allen anderen Kreaturen überlegen
    und unsere Leben sind unabhängig von den ihren.
  962. Durch seinen Intellekt hat der Mensch
    eine Überlegenheit entwickelt
  963. über jede andere Form tierischen Lebens.
  964. Mit den Geschichten des Imperiums im Gepäck
    war die Zivilisation in der Lage,
  965. sich überall auf dem Planeten auszubreiten.
    Ran Prieur erklärt die Kern-Idee
  966. von der Parabel der Stämme,
    die aufdeckt wie sich die Kultur des Imperiums durchgesetzt hat
  967. in einem Prozess der kulturellen Evolution
    die nach Macht selektiert.
  968. Stell dir ein paar Stämme vor,
    die friedlich zusammenleben.
  969. Und einer der Stämme entscheidet sich,
    anstatt in Balance und Frieden zu leben,
  970. Waffen herzustellen,
  971. und den nächsten Stamm zu erobern
    und zu versklaven.
  972. Der andere Stamm hat drei Möglichkeiten.
    Wenn sie fliehen,
  973. dehnt sich das Paradigma des kriegerischen Stamms auf ihr Gebiet aus.
    Wenn sie sich der Sklaverei fügen,
  974. dehnt sich das Paradigma des kriegerischen Stamms auf ihr Gebiet aus.
    Wenn sie Waffen herstellen und zurückschlagen,
  975. dehnt sich das Paradigma des kriegerischen Stamms auf ihr Gebiet aus.
  976. Und das geht weiter bis die ganze Welt
    aus Menschen besteht,
  977. die Waffen herstellen und kämpfen
    und andere Völker versklaven.
  978. Zehntausend Jahre später
    haben wir vergessen wer wir sind.
  979. Wie können drei Millionen Jahre menschlichen Lebens
    bedeutungslos sein?
  980. Und wie die Menschen lebten in dieser Zeit,
    in dieser unglaublich langen Zeit?
  981. Sie lebten auf eine Art und Weise
    in der Menschen für Millionen von Jahren leben konnten.
  982. Zig Millionen Jahre. Und das ist schon was!
    Mensch, heute fragen wir uns,
  983. wie viele Dekaden wir noch haben.
    Und wenn wir weiter so leben wie bisher
  984. sind es nicht viele.
  985. Es scheint mir wesentlich, dass wir uns erinnern,
    wer wir wirklich sind.
  986. Wir haben diese riesigen Gehirne
    und sind so innovations- und anpassungsfähig.
  987. Aber wir können uns in
    Geschichten und Phantasien verlieren,
  988. die uns von unserer eigenen Grösse abschneiden.
  989. Ja, wir Menschen können entweder als Mitglieder von
    höchst-entwickelten Ökosystemen handeln.
  990. indem wir Teil sind von allem anderen
    das geschieht,
  991. oder wir können als invasive Spezies auftreten
    wie die Aga-Kröte.
  992. Das typische Beispiel dafür, wie Menschen als
    invasive Spezies handeln,
  993. sind natürlich die Europäer
    in ungefähr den letzten fünfhundert Jahren.
  994. Es müsste nicht so sein.
    Nicht alle menschlichen Kulturen sind diesem Muster gefolgt.
  995. Bei näherer Betrachtung sieht man,
    dass menschliche Fähigkeiten und Charakteristiken
  996. immer von der grösseren Gesellschaft vermittelt wurden.
  997. Immer.
    Einer mit dem ich unser gegenwärtiges Dilemma
  998. bezüglich der dem Menschen innewohnenden Eigenschaften
    diskutiert habe,
  999. war Richard Manning.
  1000. Um in unserer Jäger-und-Sammler-Vergangenheit zu überleben
    brauchte es einen ganz engen Wahrnehmungsbereich.
  1001. Du musstet dich mit dem beschäftigen,
    was um dich herum geschah,
  1002. In den nächsten fünfzig Metern.
    Du musstest dich darum kümmern,
  1003. was in den nächsten zehn Sekunden
    oder fünf Minuten passieren könnte.
  1004. Wo würde der Tiger herkommen,
    der dir ins Genick beissen und dich töten könnte?
  1005. Daher werden unsere stärksten Instinkte
    auf die Gegenwart gelenkt.
  1006. Unser Adrenalin-Pegel steigt nicht,
    wenn wir von globaler Erwärmung lesen.
  1007. Er steigt wenn uns jemand die Faust
    vor die Nase hält.
  1008. Und doch entwickelten die Irokesen eine Kultur,
    die diese starken Instinkte ausgleichen konnte.
  1009. Sie trafen ihre Entscheidungen gemäss ihren Auswirkungen
    auf die siebte Generation.
  1010. Vergleiche das mal mit der Kultur des Imperiums.
  1011. Was wir nie geschafft haben ist,
    eine Grenze zu erkennen,
  1012. die in dreissig oder vierzig Jahren auf uns zu kommt
    und entsprechend zu handeln.
  1013. Und deshalb haben wir den Klimawandel nicht kommen sehen.
    Und die meisten sehen den Ölförderrückgang nicht kommen.
  1014. Und es gibt andere Kräfte im Universum,
  1015. die erst über längere Frist wirksam werden.
    Exponentielles Wachstum und Bevölkerungs-Dynamiken
  1016. können sich über Generationen hinweg entwickeln
    und sind daher schwer zu erkennen für Menschen,
  1017. die von ihrer eigenen Kultur blind gemacht wurden.
    William Catton beschreibt einen anderen
  1018. langfristigen Prozess.
  1019. C. Wright Mills von der Columbia Universität
    - eher ein Eigenbrötler -
  1020. hat eine nette soziologische Definition von Schicksal aufgestellt.
    Schicksal ist das, was passiert, wenn unzählige Leute
  1021. viele kleine Entscheidungen über andere Dinge treffen;
  1022. sie haben eine kollektive, gesammelte Auswirkung,
    die niemand beabsichtigt hat.
  1023. Das ist passiert als wir die Welt überbevölkert haben.
  1024. Niemand hat vorgehabt die Welt überzubevölkern.
    Niemand hat vorgehabt die Ozeane zu verschmutzen.
  1025. Niemand hat vorgehabt den Treibhauseffekt auszulösen.
    Das ist ein Teil von dem, was ich denke
  1026. wie wir soweit gekommen sind.
    ein Gewirr von Annahmen und Verhaltensweisen
  1027. und Glaubenssätzen und Geschichten
    die das Rückgrat der Kultur des Imperiums bilden.
  1028. Eine Vereinigung von Kräften die uns
    von den Gesetzen des Lebens abgetrennt haben.
  1029. Diese Kultur behauptet, dass wir ausserhalb
    dieser Gesetze leben können.
  1030. Ohne Grenzen. Ohne Regeln.
    Aber so zu handeln hat uns und unseren Planeten
  1031. misshandelt und geschlagen hinterlassen.
    Es funktioniert so nicht,
  1032. wie uns beigebracht wurde zu denken.
  1033. Na, Jungs und Mädels, wie gefällt es euch
    ohne Regeln zu leben?
  1034. Ich hasse es!
    Das macht keinen Spass.
  1035. Das ist widerwärtig.
  1036. Immer wieder musste ich fragen:
    Warum zerstören wir weiterhin den Planeten,
  1037. auch jetzt noch, wo die Offensichtlichkeit dass wir es tun,
    so überwältigend ist?
  1038. Das erste was man dazu sagen kann ist,
    dass all diese Kräfte aus der Vergangenheit noch immer wirken.
  1039. Und einige neue Kräfte in der heutigen Zeit dazugekommen sind.
  1040. Es ist ernüchternd festzustellen,
    dass wir in einer Wirtschaftsweise gefangen sind,
  1041. die entweder wachsen muss oder sterben.
  1042. Die Wirtschaft wird, kann und muss
    weiter wachsen.
  1043. Dass ist jetzt natürlich absurd.
    Weil wir auf einem kugelförmigen, begrenzten Planeten leben.
  1044. Also gibt es nur so-und-so-viel Zeug
    zum Zerkauen und Ausspucken.
  1045. Wir werden von den firmenkontrollierten
    Medien vergewaltigt, die uns in unserem Wahnsinn gefangen halten.
  1046. Die Leute denken, sie könnten wählen,
    welche Informationen sie aus dem Fernsehen beziehen
  1047. und dabei sitzen wir da
    und nehmen die Informationen in einer Form auf,
  1048. die sehr, sehr wirkungsvoll ist:
    In Form von Bildern.
  1049. Und wenn die Bilder mal drin sind,
    dann gehen sie nicht mehr raus.
  1050. Es ist beinahe Science Fiction in seiner Auswirkung.
    Es ist wie in Matrix. Und doch denken wir
  1051. es sei völlig normal.
  1052. Indem das wirkliche Leben der Menschen
    mehr und mehr zerstört
  1053. und unbefriedigend und läppisch und gewöhnlich
    und nervig und steril wird,
  1054. steigt die Anziehungskraft
    dieser verherrlichten Bilder.
  1055. Es gibt ein starkes Zitat von Zygmunt Baumann
    das sagt, dass vernunftbegabte Leute
  1056. still und sanftmütig in eine Gaskammer gehen,
    wenn du ihnen nur erlaubst zu glauben,
  1057. dass es eine Dusche ist.
  1058. Und ich habe alle Hoffnung verloren, dass meine Regierung
    in der Lage ist, die Situation klar zu erfassen.
  1059. Traurigerweise sieht es so aus,
    als ob unser Bildungssystem uns meist
  1060. überhaupt nicht darauf vorbereitet,
    die vorherrschende Kultur zu hinterfragen.
  1061. Es betäubt unsere Fähigkeit zu kritischem Denken
    anstatt sie zu entwickeln.
  1062. Und es geht Hand in Hand mit der
    industrialisierten Gesellschaft,
  1063. denn für sie muss man Menschen in austauschbare
    Maschinenteile verwandeln,
  1064. wo du einen Menschen herausziehen kannst,
    und einen anderen an seinen Platz stecken.
  1065. Diesen Kindern wird beigebracht,
    unhinterfragt hinzunehmen was immer man ihnen sagt.
  1066. Zum Fragen wird nicht ermutigt.
    Ich bin mit Sicherheit nie gefragt worden,
  1067. wie unsere Kultur Getrenntheit erschafft.
  1068. Jeder von uns lebt in dieser
    kleinen komfortablen Blase,
  1069. die vollkommen abgetrennt ist
    von der realen Welt der Tiere und Pflanzen
  1070. und des Boden und des Wassers und der Naturkräfte,
    die alles erschaffen
  1071. was irgendwie von Bedeutung ist
    auf diesem Planeten.
  1072. Wenn deine Erfahrung ist,
    dass deine Nahrung aus dem Supermarkt kommt
  1073. und dein Trinkwasser aus einem Hahn,
    dann wirst du das System, dass das ermöglicht
  1074. mit deinem Leben verteidigen.
    Weil dein Leben davon abhängt.
  1075. Wenn deine Erfahrung ist,
    dass dein Wasser aus einem Fluss kommt
  1076. und deine Nahrung von einem Stück Land,
    wirst du diesen Fluss und dieses Stück Land
  1077. mit deinem Leben verteidigen,
    weil dein Leben davon abhängt.
  1078. Ein System der Manipulation und Ausbeutung.
    Strukturen der Trennung und des Wahns.
  1079. Institutionen der Beherrschung und des Betrugs.
    Ich musste die Frage stellen:
  1080. Wer würde so etwas erschaffen?
    Nur Menschen, die fast vollkommen
  1081. getrennt sind von ihrer Welt.
    Menschen die vergessen haben, wer sie einmal waren.
  1082. Menschen, die tief verletzt worden sind.
    Wir haben uns in einem Spiegelkabinett verlaufen.
  1083. Alles was wir bekommen - alles was wir
    sehen, hören, riechen, ertasten, fühlen,
  1084. stammt, oder ist vermittelt von
    Menschen und Maschinen.
  1085. Das beeinflusst unser Bewusstsein.
    Es führt zur Überschätzung unserer eigenen Wichtigkeit,
  1086. und von dem was Wirklichkeit ist.
    Als ob etwas besonders real wäre,
  1087. weil wir es erschaffen haben.
    Und wie jeder Narzisst weiss, ist es nie genug.
  1088. Wir können nie genug davon bekommen:
    genug von dieser Spiegelung von uns selbst.
  1089. Wonach wir uns wirklich sehnen ist echte Beziehung.
    Unsere Tierkörper, die - denke ich -
  1090. von der Erde selbst geformt wurden,
    wollen und brauchen
  1091. eine echte Beziehung zur Welt.
    Zu Wasser, Wind und Erde. Zu den Tieren,
  1092. Pflanzen und Mitmenschen,
    die die Gemeinschaft ausmachen
  1093. in die wir hineingeboren sind.
    Aber wir sind gefangen in dem Spiegelkabinett
  1094. und wir haben angefangen den Verstand zu verlieren,
  1095. so dass man den Beginn von so etwas
    wie einer Dissoziation sehen kann,
  1096. einem posttraumatischen Belastungssyndrom,
    oder wie Schizophrenie,
  1097. wie Persönlichkeitsspaltung, verstehst du?
    Man kann sehen, dass die Zerstückelung
  1098. in der heutigen Welt sich spiegelt
  1099. in allen Arten von schweren psychologischen Störungen.
  1100. Wenn du in so einer Einzelhaft bist,
    fängst du an zu halluzinieren.
  1101. Und am Ende glaubst du vielleicht seltsame Sachen.
    Wie die Idee, dass Menschen überlegen sind.
  1102. Indem es aus diesem Glauben an Überlegenheit,
    Befugnis und Unbesiegbarkeit gehandelt hat,
  1103. hat das Imperium die Welt erobert.
    Aber diese Eroberung hat zurückgeschlagen
  1104. auf die Eroberer, und jeden verwundet.
  1105. Mein Name ist Chellis und ich bin dabei
    von der westlichen Zivilisation zu gesunden.
  1106. Wenn die Welt, das System in dem wir leben
    anderen Menschen schadet,
  1107. dann ist das etwas, weisst du,
    mit dem du nicht leben kannst.
  1108. Wenn du dir die Leute anschaust,
    die vom Imperium assimiliert wurden
  1109. und wenn du die Imperialisten selbst anschaust
    kannst du eine unglaubliche Trennung von der Wirklichkeit erkennen.
  1110. Getrennt von der Realität dieses Planeten
    handeln wir nicht mehr in seinem Sinn.
  1111. Das Mitgefühl mit der Natur verschwindet so weit
    dass Menschen immer weniger willens
  1112. und fähig sind, den Umgang mit der Natur zu beeinflussen
    und etwas zu tun um die Natur zu schützen,
  1113. oder überhaupt Mitgefühl mit der Natur zu haben.
    Es ist schwierig Mitgefühl für sie zu haben
  1114. wenn du nie Kontakt zu ihr hattest.
    Und es ist schwer Kontakt
  1115. mit der Aussenwelt zu haben,
    weil wir wie ein Tier
  1116. in einem Käfig leben.
  1117. Stell dir einfach mal ein Tier in einem Zoo vor.
    Ein Tier dem man all das genommen hat,
  1118. was dieses Tier antreibt:
    die Gerüche, die Umgebung, die Geräusche, die Instinkte
  1119. das Jagen.
    Und sie werden psychotisch. Wortwörtlich.
  1120. Ich denke, wir haben uns etwas angetan,
    dass dem genau entspricht.
  1121. Wir haben uns in einen Käfig gesteckt,
    der Käfig der Zivilisation, der Städte.
  1122. Und das hat uns auf eine Art psychotisch gemacht.
    Wenn du eine Gruppe von Jägern und Sammlern nehmen würdest
  1123. - und das ist oft vorgekommen -
    wenn Jäger und Sammler
  1124. das Verhalten von Menschen unserer Gesellschaft beobachten,
    würden sie denken wir seien verrückt
  1125. so wie wir uns benehmen.
    Denn wir sind es.
  1126. Ich bleibe stehen. Ich lausche. Ich beobachte die Welt.
    Die Getrenntheit ist überall.
  1127. Du lernst es als Kind, verstehst du.
    Du lernst, den Schmerz
  1128. über das Fehlen von Verbundenheit
    nicht zu fühlen.
  1129. Wenn du allein in einer Wiege liegst
    in einem dunklen Zimmer, verstehst du.
  1130. Wenn du nicht gestillt wirst.
    Und ohne den beständigen Körperkontakt
  1131. zu anderen Menschen.
  1132. Fernsehen ist für Kinder und ich denke
    teils auch für Erwachsene
  1133. ein Training für eine hyperaktiven Lebensweise
    und hyperaktive Informationssysteme.
  1134. Und das bringt Menschen in eine Art
    emotionalen, psychologischen Zustand,
  1135. der es unmöglich macht, Verbindung zur Natur herzustellen.
    Das ist also, meine ich, wieder konkrete Entfremdung.
  1136. Die meisten von uns haben keine menschliche Gemeinschaft
    wo sie sich ausruhen können und sicher fühlen,
  1137. und das Gefühl haben, "hier wird für mich gesorgt".
  1138. In unserer Kultur gibt es so Vieles,
    was so eingerichtet ist,
  1139. dass es uns davon abhält, uns direkt zu verbinden.
    Wenn du in eine Bar gehst, nimmst ich es als gegeben hin,
  1140. dass es dort dunkel ist,
    und sehr laute Musik gespielt wird.
  1141. Weil die Leute, wenn leise wäre und
    gut beleuchtet,
  1142. ausflippen würden,
    wenn sie so direkt miteinander zu tun hätten.
  1143. Unsere Wirtschaft lebt davon.
    Es ist ziemlich leicht, Leuten etwas zu verkaufen,
  1144. die so wenig verbunden sind,
    mit den Dingen die sie am meisten brauchen.
  1145. Die Läden sind voll mit Verbandszeug,
    für die Wunden des Imperiums.
  1146. Man kann dieses Verwundung auch noch anders sehen.
    Derrick Jensen hält die vorherrschende Kultur
  1147. für eine Missbrauchssystem,
    das seine Bewohner an einem komplexen
  1148. posttraumatischen Stresssyndrom
    erkranken lässt.
  1149. Was passiert wenn du nicht nur
    ein oder zwei mal traumatisiert wirst,
  1150. sondern wirklich lange Zeit
    in Gefangenschaft bist?
  1151. Wenn du gefangen gehalten wirst?
    Zum einen bekommst du Angst
  1152. vor jeglicher Beziehung.
    Und du musst alles um dich herum
  1153. unter Kontrolle bringen.
    Du vergisst, dass wechselseitige Beziehungen möglich sind,
  1154. und du fängst an zu glauben, dass alle Beziehungen
    auf Hierarchien beruhen.
  1155. Weil das deine Erfahrung ist.
    Und du glaubst, dass alle Beziehungen
  1156. auf Macht beruhen.
    Und natürlich sehen wir genau das,
  1157. wenn wir uns umschauen.
    Wir sind also zu ängstlich,
  1158. um in Beziehung mit diesen Bäumen zu gehen,
    mit unseren Nachbarn.
  1159. Deshalb nennen wir sie Ressourcen,
    die man ausbeuten muss.
  1160. Innerhalb einer missbräuchlichen Familienstruktur.
    ist alles so angelegt, dass der Täter geschützt wird.
  1161. Alles. Und auf die selbe Weise,
    ist alles in dieser Kultur
  1162. so angelegt, dass die Reichen geschützt werden.
    Darum geht es in dieser Kultur.
  1163. Warum bleiben so viele Missbrauchsopfer beim Täter?
  1164. Weil sie mit dem System identifiziert sind
    und ihnen beigebracht wurde,
  1165. seit sie klein waren, von Anfang an,
    dass es nur darum geht dieses System zu schützen.
  1166. Durch die Zivilisation wurde uns beigebracht,
    uns mit dem grösseren Ganzen zu identifizieren,
  1167. das nicht wir sind.
    Wir identifizieren und mehr damit "zivilisiert" zu sein,
  1168. als damit, lebende Wesen zu sein.
    Mit den Jahren habe ich angefangen,
  1169. die Identifikation mit der vorherrschenden Kultur aufzubrechen,
    und mich wieder mit mir als lebendes Geschöpf zu verbinden,
  1170. das auf Erden wandelt.
    Ich bin damit noch immer nicht fertig.
  1171. Es ist eine gewaltige Herausforderung.
    Und doch eines der lohnenswertesten Dinge,
  1172. die ich je getan habe.
    Ich habe auch gelernt,
  1173. diese Kultur mit der Brille der Sucht anzusehen.
  1174. Sucht beruht darauf, immer mehr von dem zu suchen,
    wovon wir nicht wirklich haben wollen.
  1175. Und daher nie wirklich zufrieden zu sein.
  1176. Es gibt ein tiefes Bedürfnis,
    ein tiefes Loch, ein tiefes Verlangen,
  1177. eine tiefe Angst, eine tiefe Trauer,
    eine tiefe Wut.
  1178. Und deshalb gibt es Nahrung, es gibt Zigaretten,
    es gibt Alkohol, es gibt Drogen,
  1179. Es gibt Computer, es gibt Fernsehen,
    es gibt Filme, man kann Einkaufen,
  1180. es gibt Musik ... es ist endlos.
  1181. Und nach all dem genannten,
    können Menschen süchtig werden.
  1182. Es ist wie eine technische Lösung.
  1183. Und solange das funktioniert,
    warum sollte ich aufhören. Ich werde nicht aufhören.
  1184. Ein Alkoholiker hört nicht auf. Ein Drogenabhängiger
    hört nicht auf, so lange es noch geht.
  1185. Aber du kommst an einen Punkt,
    wo es nicht mehr funktioniert.
  1186. Nach Jahrhunderten von Missbrauch, Trennung,
    Täuschung und Sucht,
  1187. sieht es aus, als ob wir verzweifelt sind,
    am Boden aufzuschlagen.
  1188. Es ist fast, als wollten wir
    so hart aufkommen,
  1189. dass wir uns entweder verändern oder sterben.
    Weil es nicht wert ist, so weiter zu machen.
  1190. So viele Menschen sind sehr, sehr unglücklich.
    Und die meisten wollen, dass dieser Alptraum endet.
  1191. Und sie verstehen nicht, dass der Tod,
    den sie sich wünschen, ein Tod der Kultur ist,
  1192. und ein spiritueller und sinnbildlicher Tod.
  1193. Das würde erklären, warum wir weitermachen
    unser Nest zu beschmutzen.
  1194. Wenn wir am Boden aufschlagen wollen,
    haben wir das perfekte Mittel dazu gefunden.
  1195. Verleugnung...
    ...Verleugnung...
  1196. ...Verleugnung...
    ...Verleugnung...
  1197. ...Verleugnung...
    ...Verleugnung...
  1198. ...Verleugnung in grossen, blinkenden
    Leuchtbuchstaben.
  1199. wie der Abspann am Ende
    der alten "Rocky und Bullwinkel"-Filme
  1200. Ich halte wieder inne. Und lausche. Und schaue
    während ich mich durch die Landschaft des Imperiums bewege.
  1201. Die Verleugnung ist so dick, dass du sie
    mit dem Messer schneiden könntest.
  1202. Wenn wir sie nur nicht immer noch dazu benutzen würden,
    diesen Kuchen einzufrieren.
  1203. Verleugnung verbraucht riesige Mengen von Energie.
    Und wenn du wirklich richtig hart daran arbeiten musst,
  1204. die Tatsache nicht anzuerkennen,
    dass diese Kultur alles zerstört,
  1205. Dann hast du nicht viel Energie übrig
  1206. Es ist diese Energie, die ich befreit habe,
    als ich aus der Verleugnung herausgetreten bin,
  1207. die diese Dokumentation möglich gemacht hat.
    Umso mehr ich meine Abwehr fallen lasse,
  1208. umso mehr habe ich die Kraft,
    die Welt tiefer zu erkennen.
  1209. Und wenn ich hinschaue sehe ich die Geschichte
    einer Art Fantasie, die uns passiv hält
  1210. angesichts des Zustands der Welt.
  1211. Wir haben uns schon oft durch Sachen durchgewurschtelt.
    Und irgendwie werden wir es diesmal auch schaffen.
  1212. Irgendwie, ist schon alles in Ordnung.
  1213. Irgendwie? Wie kommen wir dort hin?
    Verstehst du? Es ist wie -
  1214. es hilft überhaupt nicht sich etwas vorzumachen,
    wenn es keinen Weg von hier nach dort gibt.
  1215. Gibt es einen Weg um von hier nach dort zu kommen?
    Und wo ist "dort" genau?
  1216. Wohin gehen wir von hier?
    Und wenn die Ereignisse auf der Welt
  1217. durch unsere Wände der Verleugnung brechen
    füllen Stimmen der Hilflosigkeit
  1218. und der Resignation den Raum.

    1:35:38.420,1:35:42.159
    Wenn wir einen Weg da heraus wüssten,
    würden wir herauskommen. Aber wir wissen keinen.
  1219. Was passieren wird, wird passieren.
  1220. Es wird eine Art katastrophalen Ereignis geben.
  1221. Ein Zusammenbruch all der Systeme,
    von denen wir abhängen.
  1222. Wir finden heraus, dass es keine Möglichkeit gibt,
    den Zug aufzuhalten, um nicht vom Ende der Brücke zu fallen,
  1223. verstehst du. Wir werden einfach schreiend herunterstürzen.
  1224. Und schliesslich wirst du nur sagen "Ach, Scheisse.
    Das ist ... weisst du ...
  1225. lass es uns einfach aufgeben. Wen interessiert's schon?"
  1226. Weisst du, wir könnten genauso gut Party machen
    und es uns gut gehen lassen.
  1227. Weil sich die Welt nicht zum Guten wendet.
  1228. Dieses System fühlt sich an wie eine Falle,
    ein Irrenhaus, ein Gefängnis.
  1229. Mit dieser tiefen Resignation, scheint es,
    als ob es wenig gäbe, was wir noch tun könnten,
  1230. ausser das Gefängnis so bequem wie möglich zu machen.
  1231. Auf Sie abgestimmt. Und mit Hilfsmitteln ausgestattet,
    die nach Ihrem persönlichen Geschmack entwickelt wurden.
  1232. Für Bequemlichkeit. Für Komfort.
    Für Bequemlichkeit und Sicherheit.
  1233. Mit Schutz vor Regen. Und indem die winterliche Kälte
    mit angenehmer Wärme fern gehalten wird.
  1234. Und um die brennende Hitze
    mit kühlendem Komfort zu bannen.
  1235. Die kapitalistische Kultur, ermutigt uns zu kaufen.
    Und sagt, dass wir uns besser fühlen, wenn wir kaufen.
  1236. ... dass wir unvollständig sind
    und dass wir diese Leere in uns füllen müssen
  1237. indem wir konsumieren.
  1238. Konsumieren, konsumieren, konsumieren.
  1239. Wir haben uns bisher den Zug angeschaut,
    in dem wir auf unsere Zerstörung zurasen,
  1240. auf die Schienen die uns in der Spur halten,
    auf die Kraft der Lokomotive, die uns in die Vergessenheit treibt.
  1241. Und wir sehen jetzt klarer,
    wohin wir genau steuern.
  1242. Es lässt sich so zusammenfassen:
    Diese Kultur zerstört nicht nur den Planeten,
  1243. Sie zerstört uns als menschliche Wesen.
    Der Zug rast mit gewaltiger Geschwindigkeit vorwärts.
  1244. Charlie hat den Fahrthebel gestohlen.
    Wer werden wir also sein?
  1245. In diesem Film sehe ich einen Mann an einer Kante stehen.
    Glaubst du, dass er wirklich leben möchte?
  1246. Ich glaube nicht, dass die Menschen aussterben werden.
    Wir können uns nicht selbst ausradieren.
  1247. I sehe einfach keinen realen Weg
    wie das passieren könnte... naja ...
  1248. Ich denke... ja... Was wir könnten -
    was passieren könnte ist ...
  1249. die Erde könnte in einen gefährlichen
    selbstverstärkenden Treibhauseffekt geraten,
  1250. der den ganzen Planeten
    zu so etwas wie die Venus machen könnte.
  1251. Wo es tausend Grad heiss ist
    und voller Methan.
  1252. "Wenn wir unsere Richtung nicht ändern,
    werden wir wahrscheinlich an dem Ort landen auf den wir zusteuern"
  1253. Eine kraftvolle, kreative Spannung entsteht da,
    wo wir zwei Dinge zugleich im Blick haben:
  1254. Ein ungetrübtes Urteil darüber, wo wir stehen,
    und eine klare Vision wohin wir wollen.
  1255. Und ich sehe nicht,
    dass die Kultur des Imperiums auch nur eines davon hätte.
  1256. Gefangen in einer Allmachtsfantasie von Beherrschung und Kontrolle,
    wird jedes klare Urteil niedergetrampelt
  1257. in dem wahnsinnigen Marsch
    hin zum Trugbild des Fortschritts.
  1258. Traumatisiert durch Getrenntsein und Missbrauch,
    hat das Volk des Imperiums Visionen enwickelt,
  1259. die völlig unverbunden und verrückt sind.
    In Gefangenschaft geboren und aufgewachsen,
  1260. sind wir jetzt so eingesperrt,
    dass wenige von uns überhaupt die Gitterstäbe sehen können.
  1261. Aber wir kennen alle die Nummer unserer Zelle.
  1262. Wir wachen in dem Zug auf,
    und merken, dass wir nicht wissen wo wir sind.
  1263. Und nicht wissen wohin wir fahren.
    Wir hören die Zugpfeife.
  1264. Und wir können die Welt vorbeirasen sehen.
    Manche von uns wollen den Zug stoppen.
  1265. Wollen aussteigen,
    bevor er an der Endstation ankommt.
  1266. Aber wir haben keine Idee,
    wie wir das schaffen sollen.
  1267. Der geheime Plan ist, dass wir auf diesem Weg weitergehen
    egal was passiert,
  1268. so lange wir können.
    Ich vergleiche es mit den Geheimplänen im Nazi-Deutschland
  1269. Es war ein offenes Geheimnis.
    Jeder wusste, dass die Juden nicht in
  1270. in Erholungsheime fahren
    oder zum Picknick in den Wald.
  1271. Aber es hat auch niemand darüber gesprochen.
    Und niemand spricht darüber was heute passiert.
  1272. Das ist beängstigend! Wir leben in einer Demokratie!
    Wir leben in der grössten Demokratie der Welt,
  1273. Und wir werden nicht informiert.
    Und wir schauen auch nicht hin.
  1274. Wir fragen nicht.
  1275. Indem die Zivilisation uns mehr und mehr
    zur Verfügung gestellt hat,
  1276. hat sie uns auch immer kindischer werden lassen.
    So dass wir immer weniger fähig sind, selbständig zu denken,
  1277. und immer weniger fähig,
    für uns selbst zu sorgen.
  1278. Und das macht uns eher zu einer Art Herde...
    in der man mehr so eine Herdenmentalität entwickelt...
  1279. wo wir unsere Ideen von den Menschen um uns herum bekommen,
  1280. von den Autoritätspersonen um uns herum.
  1281. *Ein Weg führt zu Verzweiflung und äusserster Hoffnungslosigkeit.
    Der andere zu vollständigen Auslöschung.
  1282. Beten wir, dass wir die Weisheit haben,
    uns richtig zu entscheiden." Woody Allen
  1283. Die Situation ist zum Verzweifeln.
    Es ist die weltweite Öko-Schlacht,
  1284. Wo Klima-Unfall sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert
    mit dem Peak-Oil-Kind
  1285. und die Überbevölkerung im Massensterben endet.
    Es ist der KO-Schlag am Ende des Universums
  1286. und der Kartenverkauf fängt diesen Freitag an.
    Der amerikanische Lebensstil ist nicht nachhaltig.
  1287. Das heisst er kann nicht erhalten werden.
    Er kommt zu seinem Ende.
  1288. Erinnert euch, wie wir vor dreissig Jahren
    auf die Zukunft geschaut und gesagt haben
  1289. "wenn wir nicht handeln,
    werden wir in dreissig Jahren Probleme bekommen"?
  1290. Es ist jetzt und wir haben welche weil wir nichts gemacht haben.
    Die grundlegensten Gesetze des Lebens sind übertreten worden.
  1291. Die Folgen davon sind jetzt offensichtlich.
    Erinnere dich an den geheimen Plan:
  1292. Die dominierende Kultur wird nicht innehalten,
    bis sie alles zerstört hat.
  1293. Sie kann es nicht.
    Sie beruht auf falschen Annahmen.
  1294. Ich sehe keine Möglichkeit sie zu reformieren.
    Man kann sie nur wegwerfen.
  1295. Neues kann an ihrer Stelle entstehen.
    Wir müssen uns das anschauen.
  1296. Wir haben einen grossen Teil menschlichen Verstehens verloren.
    Noch bevor es die Wissenschaft gab,
  1297. haben die Menschen das Universum verstanden.
    Wie sie mit ihm in Beziehung treten können.
  1298. Und dann hatten sie diese Vorstellung,
    wie man mit dem Universum in Beziehung ist.
  1299. Das wurde über den Haufen geworfen,
    als die Wissenschaft aufkam und sagte:
  1300. "Ich zeig dir, wie man mit dem Universum umgeht".
  1301. Wir müssen verstehen,
    dass wir Teil einer lebenden Gemeinschaft sind.
  1302. Wir sind nicht die Herrscher der lebenden Gemeinschaft.
    Wir sind nicht die Wächter der lebenden Gemeinschaft.
  1303. Wir sind einfach eine andere Spezies.
    Und wir haben die Macht, diese Gemeinschaft zu zerstören.
  1304. Und wenn wir das machen,
    zerstören wir uns selbst.
  1305. Wenn wir nicht herausfinden,
    was unser Platz im Universum ist,
  1306. werden wir keinen Platz im Universum haben.
  1307. "Ich sagte nicht, dass es leicht wäre.
    Ich sagte nur, es wäre die Wahrheit".
  1308. Ich habe viele Bücher über die Situation der Welt gelesen.
    Und mir ist etwas Interessantes aufgefallen:
  1309. Das optimistische Kapitel.
    Nach einem ganzen Buch voller düsterer Prognosen
  1310. und erschreckender Fakten,
    gibt es am Ende das Kapitel, in dem steht,
  1311. wenn wir nur dies und das tun,
    werden wir die Lösung finden.
  1312. Dass uns, auch wenn es viel Grund zur Sorge gibt,
    auch Vieles Hoffnung machen kann.
  1313. Ich mag diese optimistischen Kapitel nicht.
    Sie haben mich wieder in den Schlaf gewiegt.
  1314. Sie unterstellen, dass irgend jemand sich irgendwo
    irgendwie darum kümmert.
  1315. Ich kann einfach weitermachen mit meinem Leben.
    Und, hey, wir haben noch dreissig Jahre oder so, stimmts?
  1316. Das ist eine Menge Zeit.
    Tut mir Leid, Leute, aber ich glaube die Zeit ist rum.
  1317. Ich kann euch kein optimistisches Kapitel anbieten,
    mit schnellen und schmerzlosen Lösungen.
  1318. Keinen Plan, der diesen Zug
    auf ewig weiterrollen lässt auf seinen Schienen.
  1319. Ich sehe keine Möglichkeit, dass das passieren wird.
    Wenn es ein optimistisches Kapitel gibt,
  1320. müssen wir es gemeinsam schreiben,
    mit der übrigen Gemeinschaft des Lebens zusammen.
  1321. Auf den Seiten der lebenden Welt.
  1322. Ich träume manchmal,
    dass auch meine Enkel dazukommen.
  1323. Und diese Träume werden manchmal unangenehm.
    Denn die Enkel kommen aus einem North-Carolina
  1324. und einem Californien, das verseucht ist.
    Sie können die Luft nicht atmen.
  1325. Und sie sagen,
    "Grossvater, hast du das geschehen lassen?"
  1326. Und dann werden sie wütend.
  1327. Ich denke sie werden zurückschauen
    und den Kopf schütteln und sagen,
  1328. "Was war mit diesen Leuten los?
    Wie konnten sie so grundsätzliche Dinge aus den Augen verlieren.
  1329. Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorüber.
    Tut euch zusammen!...
  1330. Wir sind diejenigen,
    auf die wir gewartet haben.
  1331. Es gibt eine neue Geschichte auf der Welt:
    die Geschichte des Grossen Wandels,
  1332. des Abwendens von einer Kultur
    der Beherrschung und des Todes,
  1333. und des Zuwendens zu einer Kultur
    die lebenserhaltend und lebenserneuernd ist.
  1334. Überall auf dem Planeten
    erzählen Menschen jetzt diese Geschichte.
  1335. Die buddhistische Schülerin und Tiefenökologin
    Joanna Macy erzählt diese Geschichte in ihren Seminaren.
  1336. Der Autor und Aktivist David Korten
    erzählt sie in seinem Buch mit dem gleichen Namen.
  1337. Es ist die Geschichte, die vom unsere Nachfahren
    erzählt werden wird, wenn sie auf die heutige Zeit zurückschauen.
  1338. Werden wir die Ungeheuer sein,
    aus den Träumen unserer Ur-Enkel?
  1339. Oder werden wir,
    wie es die Geschichte des Grossen Wandels erzählt,
  1340. als Helden und Heiler in die Poesie
    dieser noch ungeborenen Stimmen eingehen?
  1341. Werden wir zur Rechenschaft gezogen für unsere
    verbrieftes, zerstörerisches Tun?
  1342. Oder wird man sich liebend an uns erinnern
    in den Liedern unserer Nachfahren,
  1343. wenn sie die Geschichte dieses verlorenen
    und stark verwundeten Stammes nacherzählen,
  1344. der vom Abgrund zurück getreten ist, und seinen Weg
    nach Hause in die Gemeinschaft der lebenden Seelen gefunden hat?
  1345. Wir müssen wählen.
    Wer werden wir sein?
  1346. Ein Teil von mir wünscht sich, dass irgend jemand
    sich einfach darum kümmern würde, weisst du.
  1347. Dass das ihre Aufgabe ist.
    Dass das ist, wofür wir sie bezahlen.
  1348. Sie sollten unsere weisen Eltern sein.
  1349. Es wird ein ziemlich unsanftes Erwachen,
    wenn den Leuten klar wird,
  1350. dass sie das a) nicht sein können
    und b) nicht sein werden.
  1351. Ich glaube nicht dass das Leben,
    abgesehen von dem Überfluss,
  1352. die Erwartungen der meisten Amerikaner erfüllt.
    Und die Menschen haben Angst darüber zu sprechen.
  1353. Sie fürchten, sie wären die einzigen,
    die diese tiefe Unzufriedenheit spüren.
  1354. Es ist echt so traurig.
    Schau dir mal -
  1355. und besonders die Amerikanische Kultur
    sticht da hervor -
  1356. geh' mal in ein typisches Einkaufszentrum
    und schau dir die Menschen dort an.
  1357. und die Umgebung um dich herum.
    Der Mangel an Tiefe und die Hoffnungslosigkeit
  1358. all dessen ist zutiefst deprimierend.
  1359. "Sei verwegen, und mächtige Kräfte
    werden kommen und dich unterstützen."
  1360. Schau. Ist das wer wir sind?
    Kunden? Käufer? Arbeiter? Stimmvieh?
  1361. Steckt deine Identität in Einschaltquoten,
  1362. Einspiel-Ergebnissen
    und dem Bruttosozialprodukt?
  1363. Sind wir auf der Welt, um uns
    gegenseitig Cheeseburger zu verkaufen
  1364. und unsere Kinder anzuschreien
    und in albernen Autos herumzufahren
  1365. und vor dem Ferseher einzuschlafen?
    Zerstören wir den Planeten,
  1366. wie Dmitry Orlow fragt,
    nur "um es kurzzeitig etwas bequemer zu haben"?
  1367. Ich muss mich selbst daran erinnern:
    Diese Kultur ist nicht die Menschheit.
  1368. Es ist nur EINE Kultur von
    zehntausenden,
  1369. die es auf diesem Planteten gab.
    Nur eine Kultur von vielen,
  1370. die es immer noch gibt.
    Dass sie die Welt überrannt hat,
  1371. sagt nichts über ihre Berechtigung,
    ihre Grösse oder ihr Schicksal.
  1372. Es bedeutet nur, dass wir in einem System
    der sozialen Evolution leben,
  1373. das nach kurzfristiger Macht,
    anstatt nach Mitgefühl selektiert,
  1374. oder nach Vernunft, oder langfristigem Überleben.
    Ich denke, wir sind viel mehr als uns
  1375. jemals erlaubt wurde zu glauben.
    Indem uns die Verbindung und die Bedeutung
  1376. verweigert wurde, die uns nährt,
    sind wir klein geblieben und verkümmert,
  1377. in der dünnen Erde dieser Kultur.
    Es ist Zeit, den Boden unseres Seins
  1378. wiederzubeleben.
  1379. Was wirklich Bedeutung hat, und was Werte schafft
    und ... verstehst du ...
  1380. Wie sieht ein gut gelebtes Leben aus?
  1381. Menschen blicken auf eine Geschichte des Lebens zurück,
    das sehr viel mehr mit der natürlichen Welt in Berührung war,
  1382. und mit dem Planeten.
    Sehr viel nachhaltiger. Sehr viel spiritueller.
  1383. Sehr viel gemeinschaftlicher.
    DAS sind wir.
  1384. Und all das fängt an sich zu verändern
    und auseinanderzufallen und zusammenzubrechen.
  1385. Es gibt tatsächlich die Möglichkeit,
    zu uns selbst zurückzukehren.
  1386. Erwachsen zu werden, von Grund auf,
    als Menschen und als Kultur.
  1387. Wir leben in einer Zeit der Initiation, Leute.
    Eine Massen-Initiation auf der Ebene der Kultur selbst.
  1388. Eine Visionssuche für das kollektive Bewusstsein.
  1389. Die Arroganz dieser Kultur, ihr pubertäres
    Gefühl von Unbesiegbarkeit und Berechtigung
  1390. muss abgestreift werden, um Raum zu schaffen
    für ein reiferes Verständnis
  1391. der Abhängigkeit von, und der Verantwortung für
    die Gemeinschaft des Lebens.
  1392. Das ist Aufgabe einer Initiation.
    In diese kulturelle Reife einzutreten.
  1393. Wir werden unseren angestammten Platz
    in der Gemeinschaft des Lebens einnehmen.
  1394. Und wir werden uns wieder verlieben in die Welt.
    Wir können das. Aber nur wenn wir uns dafür entscheiden.
  1395. Nur wenn wir die Waffen niederlegen
    in diesem wahnsinnigen Krieg gegen die Welt.
  1396. Nur wenn wir die Kontrolle aufgeben,
    und wieder in Beziehung gehen.
  1397. Die Grösse des Menschen liegt nicht darin,
    über den Planeten Erde zu herrschen,
  1398. sondern darin,
    eins zu sein mit dem Planeten Erde.
  1399. Möchtest du unbegrenztes Wachstum? Du kannst es haben.
    So viel wie du immer wolltest und noch mehr.
  1400. Wachstum in Beziehungen und Erfahrung.
    In Selbsterkenntnis, Spiritualität, Liebe,
  1401. Gemeinschaft und Verbundenheit.
    Wachstum von Sinn und Bedeutung. Wachstum in der Vision.
  1402. Wenn wir in die Gemeinschaft des Lebens zurückkehren
    werden wir herausfinden,
  1403. was schon immer wahr war:
    Alles Leben ist auf unserer Seite.
  1404. Wir haben die Eisbären in unserem Team.
    Und die Ulmen. Den Kondor und den Lachs
  1405. die Libellen und das Plankton.
    Wir werden mit dem Wind und dem Wasser wandern,
  1406. mit denBergen unter uns, und den Sternen über uns.
    Das Blut des Tigers kreist durch unsere Adern.
  1407. Der Atem der Pferde wird unsere Lungen füllen.
  1408. Wir werden mehr mit der wirklichen Kraft verbunden sein
    als wir es uns jemals haben träumen lassen
  1409. in unserer kranken Beherrschungsfantasie.
    Macht mit, statt Macht über.
  1410. Die Macht einer Spezies die durch
    eine Initiation gegangen ist und in die Reife.
  1411. Ich denke wir müssen herausfinden, was wir wollen
    und sehen ob die Zivilisation wie wir sie geschaffen haben
  1412. uns das gibt.
    Und wenn nicht, was könnte uns das geben?
  1413. Was bedeutet es, die Zivilisation blosszustellen?
    Es bedeutet den Reichen die Möglichkeit zu nehmen,
  1414. die Armen zu bestehlen,
    und die Welt zu zerstören.
  1415. Ich finde keine bessere Definition.
  1416. Es gibt nicht wirklich einen Grund,
    warum die ganzen Vereinigten Staaten
  1417. nicht der Wirklichkeit in die Augen schauen könnten.
    Man muss nur die Vorstellung des Kapitalismus fallen lassen.
  1418. Man muss die Vorstellung fallen lasen,
    dass Firmen die Führung haben.
  1419. Man muss die Vorstellung vom Wirtschaftswachstum fallen lassen.
    Man könnte es schaffen. Man könnte es schaffen.
  1420. Unter den Cheyenne-Kriegern gab es eine
    berühmte Tradition,
  1421. die man "picket pin and stake" nannte.
    Sie nahmen ein Seil.
  1422. und einen Bodennagel,
    an dem man Pferde festmachte.
  1423. und sie befestigten den Bodenagel an dem Seil,
    das sie sich umgebunden hatten.
  1424. Und im Kampf schlugen sie den Bodennagel
    in den Boden.
  1425. Und das machten sie,
    als Zeichen ihrer Entschlossenheit.
  1426. Denn einmal eingeschlagen, konnten sie nicht mehr weg,
    Bis sie entweder tot waren,
  1427. von einem anderen Krieger befreit wurden,
    oder die Schlacht vorbei war,
  1428. und alle in Sicherheit waren.
    Die Frage die ich Leuten stelle ist,
  1429. wo, verstehst du, wo wirst du
    deinen Bodennagel einschlagen?
  1430. Wo wirst du dich anbinden und sagen,
    "Ich werde nicht mehr zurückweichen"?
  1431. "Und es kam der Tag,
    da das Risiko, in der Knospe zu verharren,
  1432. schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen."
  1433. Unsere Nachfahren beobachten uns.
    Wie werden wir uns entscheiden?
  1434. Es ist Zeit nachdenklich zu werden,
    zusammenzukommen um zu lernen
  1435. wie die Welt wirklich ist.
    Zwischen den Lügen zu lesen. Nachzurechnen.
  1436. Über die Weltsituation nachzudenken.
    Es wird eine Herausforderung sein.
  1437. Ein Paradigmenwechsel bedingt,
    dass wir unsere tiefsten und grundlegendsten Annahmen in Frage stellen.
  1438. Und das bedingt, dass wir unsere gegenwärtige Weltsicht
  1439. liebevoll in die Arme nehmen
    und halten, während sie ihre letzten Atemzüge tut.
  1440. Betritt eine neue Geschichte.
    Verlass die Pyramiden.
  1441. Verlass das bröckelnde Gebäude.
    Brich aus dem Gefängnis aus.
  1442. Wähle dein passendes Bild dafür.
    Wähle dein eigenes Abenteuer, aber wähle es.
  1443. Es ist Zeit ehrlich zu sein.
    Millionen von fühlenden, pulsierenden Lebewesen
  1444. leben in einer Falle, werden benutzt
    und verhungern in Städten und Büros,
  1445. und Fitness-Centern und Schnellrestaurants
    und Verkehrsstaus und Vororten und
  1446. in Klassenzimmern öffentlicher Schulen.
    Menschen die nicht reich und weiss sind wissen das schon.
  1447. Was würde passieren,
    wenn wir unsere Gefühle über all das fühlen würden?
  1448. Die ganze Gemeinschaft des Lebens auf diesem Planeten ist jetzt in Gefahr.
  1449. Wo schlagen wir unseren Bodennagel ein?
  1450. Wo beziehen wir Stellung?
    Wann finden wir den Mut, uns fühlen zu lassen was passiert?
  1451. Unsere Gefühle sind der leichteste Weg zurück
  1452. zu unserem vergessenen Selbst.
    Es ist Zeit offen und bescheiden zu werden.
  1453. Auf der Welt sind gewaltige Kräfte am Werk,
    sichtbare und unsichtbare.
  1454. Es ist Zeit, um Hilfe zu bitten. Frag die Ahnen.
    Frag die Götter. Frag deinen Gott.
  1455. Geh nach draussen, leg dich auf die Erde
    und frage das Land, den Himmel, und das Leben dieses Ortes.
  1456. Und lausche dann auf eine Antwort.
  1457. Höre den Stimmen des Bodens und der Steine zu,
    des Windes und des Wassers, den Stimmen der Cirrus-Wolken.
  1458. und Meisen, der Eichhörnchen und Holzkäfer
  1459. der Ölweiden und Walnussbäume.
    Die Welt wird uns sagen was sie weiss,
  1460. wenn wir nur still sind und zuhören.
  1461. Und dann sprechen. Es ist Zeit uns zu zeigen
    in unserem eigenen Leben, und die Wahrheit zu sagen.
  1462. Es ist Zeit mit jedem den wir treffen,
    über die Weltsituation zu sprechen.
  1463. Wir stecken da alle gemeinsam drin.
    Was für eine Erleichterung wird es sein,
  1464. zu entdecken, dass wir nicht allein sind.
    Es ist Zeit, mit grosser Entschlossenheit zu handeln.
  1465. Es gibt mehr als genug Aufgaben auf dieser kummervollen Welt
    und Menschen die sie angehen.
  1466. Findet diese Leute. Macht mit.
    Schützt Flüsse und stoppt Planierraupen,
  1467. und steht in Stadtversammlungen auf
    um eure Wahrheit zu sagen.
  1468. Teilt eure Fähigkeiten. Entwickelt lokale Wirtschaftskreisläufe.
    Entwicklelt euch von der Landwirtschaft zur Permakultur
  1469. Baut eure eigenenn Nahrungsmittel an.
    Lernt etwas über Heilpflanzen.
  1470. Wie Derrock Jensen sagt: "Wir brauchen alles."
    Findet eure Aufgabe und erledigt sie, es ist an der Zeit.
  1471. Aber was ist mit dem rasenden Zug?
    Wie wird der Grosse Wandel Wirklichkeit?
  1472. Wir können darauf warten,
    dass der Crash von selbst kommt
  1473. und hoffen, dass er nicht uns und alles andere umbringt.
  1474. Aber jetzt wo die Kinder gross sind,
    können wir vielleicht zusammen kommen
  1475. um mit Freude und bewusster Absicht
    die rostige alte Schaukel dieser Kultur abzumontieren,
  1476. die uns nicht länger dient.
    Das mag wie eine undurchführbare Aufgabe erscheinen.
  1477. aber wenn die Alternative Aussterben ist,
    haben wir nichts zu verlieren.
  1478. Wir Menschen wussten einmal,wie man auf diesem Planeten lebt.
    Manche wissen es noch.
  1479. Und das ist eine gute Nachricht. Man kann es schaffen.
    Wir können es viel viel besser machen als das Imperium.
  1480. Man kann neue Ufer nicht entdecken
    wenn man nicht Ja dazu sagt,
  1481. das alte Ufer lange Zeit
    aus den Augen zu verlieren.
  1482. Lasst uns von dem Zug abspringen und ein Boot bauen
    Der Zug ist an starre Schienen gebunden
  1483. und sein Schwung macht es fast unmöglich,
    ihn zu steuern.
  1484. Aber ein Boot? Ah, ein Boot ist etwas ganz anderes.
  1485. Boote setzen Segel für eine Fahrt ins Unbekannte.
    Nur von Wind, Wellen und Wetter abhängig.
  1486. Boote können Rettungsboote sein,
    die Weisheit und Verständnis bewahren,
  1487. während der Sturm darüber hinwegfegt.
    Boote können Archen sein,
  1488. die das Leben der Welt retten, wenn die Fluten steigen.
    Und Boote können uns auf ein Abenteuer mitnehmen,
  1489. weg von den Stränden der gegenwärtigen Denkweise.
    und hin zu den unbekannten Küsten einer Zukunft,
  1490. die noch nicht geschrieben wurde.
    Findet eure Leute und baut ein Boot.
  1491. Baut eine lokale Gemeinschaft auf, um der Welt zu dienen
    und das Leben eines Stück Lands zu bewahren.
  1492. Oder setzt Segel in die weitere Welt,
    indem ihr die die Zerstörung beendet,
  1493. die Wunden heilt, Verbindungen schafft
    und Meinungen verändert.
  1494. Baut ein Boot. Ein Rettungsboot. Eine Arche.
    Eine Galleone des Abenteuers und der Vorstellungskraft,
  1495. die für die Reise in unbekanntes Land bestimmt ist.
    Baut sie jetzt. Das Eis schmilzt.
  1496. Die Wasser steigen.
    Wir werden das Ufer loslassen müssen.
  1497. Ich weiss nicht ob ich den Zusammenbruch
    der industriellen Zivilisation überleben werde.
  1498. oder die Auswirkungen des Klima-Wandels,
    den die Zivilisation ausgelöst hat.
  1499. Was ich weiss ist: Ich habe die Wahl,
    wie ich darauf vorbereitet bin. Ich habe die Wahl.
  1500. Wir haben die Wahl.
    Ich kann dem begegnen, mit einem Hamburger in der Hand,
  1501. und Pommes Frites im Mund,
    während mir meine kalte Limonade, über die Hose läuft.
  1502. Oder ich kann dem mit Bewusstheit begegnen,
    in Übereinstimmung mit meinen Werten und dem Gefühl von Sinn,
  1503. der mein Geburtsrecht ist. Ich kann dem begegnen
    weil ich eine Initiation durchlaufen habe,
  1504. als reifes und in Beziehung stehendes Mitglied
    der Gemeinschaft des Lebens, aufrecht stehend,
  1505. indem ich das Bestmögliche tue,
    um diese Erde zu schützen und ihr zu dienen.
  1506. Das ist der Kurs, den ich eingeschlagen habe.
    Das ist mein Bodennagel.
  1507. Ich werde mich zeigen und ich werde meine Wahrheit verkünden.
    Nur ist es schwer allein zu segeln,
  1508. wenn die See so beängstigend tobt.
    Wenn du mit mir segelst, werden wir beide stärker werden.
  1509. Und wenn andere dazukommen wird unsere Crew wirklich stark sein.
  1510. Zusammen werden wir losziehen, um dieses neue Land zu finden.
  1511. Was für eine Art zu gehen ...